Konrad-Wolf-Retrospektive im Filmarchiv Austria

Das Filmarchiv Austria präsentiert bis 30. Mai die weltweit erste Gesamtretrospektive des Oeuvres von DDR-Filmemacher Konrad Wolf (1925-1982). Dazu zeigt die Reihe "Das Brot der frühen Jahre" von 12. bis 26. Mai eine Auswahl früher Filme der ostdeutschen Produktionsgesellschaft DEFA von 1946-49.

Konrad Wolf ist einer der großen Chronisten der deutschen Geschichte im 20. Jahrhundert. Die Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus und der sozialistischen Gegenwart waren Wolfs zentrale Themen als Filmemacher; zwischen Loyalität und mehr oder weniger offen formulierter Kritik an der DDR-Führung bewahrte er sich dabei die Haltung eines aufrichtig Suchenden, Fragenden und Zweiflers.

Die Retrospektive im Metro Kino spannt einen Bogen von Wolfs Auftritt als Kinderdarsteller in Gustav von Wangenheims antifaschistischem Exilfilm "Kämpfer" (1936) bis zu seinem, durch seinen Tod unterbrochenen, Dokumentarfilm-Sechsteiler über Ernst Busch ("Busch singt", 1982), der zu seinem Vermächtnis wurde.

Dazwischen stehen unter anderem die autobiografische Kriegserinnerung "Ich war 19" (1968), die Nazi-Mitläufer-Dramen "Sterne" (1959) und "Lissy" (1957, mit Burgschauspielerin Sonja Sutter), der am Donnerstag (4.5.) die Schau eröffnet, das subversive Künstlerporträt "Goya" (1971) und die Verfilmung von Friedrich Wolfs Stück "Professor Mamlock" (1961), von Christa Wolfs Roman "Der geteilte Himmel" (1964) und von Saint-Exuperys "Der kleine Prinz" (1966), Wolfs einzige TV-Arbeit. Auch zwei Dokus über den Filmemacher sind Teil der Retrospektive.

Die Reihe wichtiger DEFA-Pionierfilme widmet sich parallel dazu den liberalen Anfängen der 1946 gegründeten Produktionsfirma. Zu sehen sind unter anderem Klassiker wie Wolfgang Staudtes "Die Mörder sind unter uns", der erste deutsche Nachkriegs-Spielfilm, und Kurt Maetzigs "Ehe im Schatten", aber auch wenig bekannte Arbeiten über die Lebensrealität im Nachkriegs-Deutschland, darunter "Und wenn's nur einer wär..." über verwahrloste Kinder, oder "Freies Land" über die Flüchtlingsproblematik.

INFO: Konrad Wolf-Gesamtretrospektive (6. bis 30. Mai) und "Das Brot der frühen Jahre" - DEFA-Filme von 1946-49 (12. bis 26. Mai); Metro Kino, Johannesgasse 4, 1010 Wien. Infos unter Tel. 01-512 18 03 und

Kinotipps
#Female Pleasure

#Female Pleasure

Fünf Frauen unterschiedlicher Weltreligionen bei ihrem Kampf für Gleichberechtigung und respektvollen Umgang

Kinotipps
Alles ist gut

Alles ist gut

Filmemacherin Eva Trobisch lotet die Folgen einer Vergewaltigung aus und macht dabei keine Kompromisse.

Kinotipps
Was uns nicht umbringt

Was uns nicht umbringt

Nicht nur in seinem Job als Psychotherapeut ist August Zirner soziale Kompetenz gefragt. Seine Töchter sind in der Pubertät, ...

Kinotipps
Verschwörung

Verschwörung

Im komplett frisch besetzten nächsten Kapitel von Stieg Larssons Millennium-Thriller-Reihe zieht Claire Foy als Titelheldin ...

Kinotipps
Suspiria

Suspiria

Remake des Italo-Kultfilms von Dario Argento aus 1977

Kinotipps
Rememory

Rememory

Sci-Fi-Thriller mit Game-of-Thrones-Star Peter Dinklage