Kon-Tiki

Action/Abenteuer, GB/N/DK/D 2012
Pal Sverre Hagen verkörpert Thor Heyerdahl

Pal Sverre Hagen verkörpert Thor Heyerdahl

Es war eines der spektakulärsten Abenteuer des 20. Jahrhunderts: Der Norweger Thor Heyerdahl reiste 1947 mit fünf Kumpanen auf einem einfachen Floß von Peru nach Polynesien. Die nach dem Floß benannte "Kon-Tiki"-Expedition machte den Hasardeur weltberühmt. Sein Buch darüber erschien in mehr als 60 Sprachen. Jetzt wird die Expedition auf der Leinwand zum Entdecker-Epos "Kon-Tiki".

Pal Sverre verkörpert in der Produktion Heyerdahl als charmanten Besessenen, der für seine Überzeugung, dass Polynesien von Südamerika aus besiedelt wurde, letztlich bereit ist, das Leben seiner Mannschaft aufs Spiel zu setzen und seine Familie zu verlassen. Nach langen Anlaufschwierigkeiten gelingt es ihm schließlich, das nötige Geld für die Expedition zu sammeln, um mit einem Floß aus Balsaholz und ohne moderne Materialien wie Draht jene Reise zu wiederholen, die in seinen Augen die Inkas einst antraten.

Seine Crew besteht dabei aus alles andere als geschulten Seemännern. Die fünf Begleiter, darunter der tollpatschige Kühlschrankverkäufer Hermann Watzinger als Vize, sind allesamt unerfahren im nautischen Navigieren. Sie essen irrtümlich das von der US-Armee bereitgestellte Haiabwehrpulver, können das Floß nicht steuern und bekommen kaum Kontakt zur Außenwelt mittels Funk.

Die denkbare Schilderung der 101 Tage dauernden Fahrt als vornehmlich von Eintönigkeit geprägte Reise verweigert das Regieduo Joachim Rönning und Espen Sandberg. Stattdessen fokussieren sie auf die abenteuerlichen Ereignisse wie gewaltige Stürme, Begegnungen mit einem (an sich harmlosen) Walhai, weniger harmlosen Weißen Haien und beeindruckende Naturaufnahmen. Visuell lässt sich "Kon-Tiki" nicht lumpen, wenn etwa der Schwenk vom einsamen Ozean ins All und zurück den Zeitsprung der Reise markiert.

Dass der Mensch in der Weite des Ozeans derzeit in Kino zieht, hat nicht zuletzt "Life of Pi" verdeutlicht. Wie das Ang-Lee-Epos war "Kon-Tiki" auch bei den Oscars erfolgreich - zumindest mit der Nominierung in der Kategorie Auslandstrophäe für Norwegen, wobei man hier Michael Hanekes "Amour" unterlag. Da war der echte Heyerdahl erfolgreicher, gewann er doch 1952 schließlich mit dem Dokumentarfilm über die "Kon-Tiki"-Expedition einen Oscar.

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