Kokowääh

Komödie, D 2011
Blitz-Papa

Blitz-Papa

Papa zu werden, das ist für manche Männer ein schwerer Schock. Doch so plötzlich wie Til Schweiger in seinem neuen Film erwischt es nur wenige. Die Probleme, die in einer Patchwork-Familie entstehen, kommen in "Kokowääh" vor - aber Til Schweiger macht kein tiefgehendes Drama daraus, sondern bringt eine beschwingte und unterhaltsame Komödie auf die Leinwand.

Zwar schauspielert Schweiger auch, hat aber zusätzlich das Drehbuch geschrieben (zusammen mit Béla Jarzyk) und Regie geführt. Seit "Knockin' on Heaven's Door" 1997 und "Der Eisbär" 1998 hat er immer wieder auch hinter der Kamera gestanden. Das Multitalent vertraut auf sein bewährtes Team, das ihm auch schon bei "Keinohrhasen" und "Zweiohrküken" zur Seite stand. Trotz Ähnlichkeiten bei Bildern, Kameraperspektiven und Musik: "Kokowääh" ist kein lauer Aufguss geworden, sondern ein eigenständiger Film und gleichzeitig ein Geschenk an seine achtjährige Tochter Emma, die die Hauptrolle spielt.

Autor Henry stolpert von Auftrag zu Auftrag, auch sein Liebesleben ist chaotisch. Da sitzt eines Tages die achtjährige Magdalena vor seiner Tür, seine Tochter, von deren Existenz er bisher nichts ahnte. Die Kleine hält Henry für einen Freund der Mama, und auch Henry bringt es nicht übers Herz, reinen Tisch zu machen. Der Mittvierziger ist überfordert. Er muss sich um Magdalenas Hausaufgaben kümmern, soll aber auch ein extrem wichtiges Drehbuch schreiben. So will er endlich wieder einen beruflichen Erfolg haben- und seine Ex-Freundin, die Bestsellerautorin Katharina (gespielt von Jasmin Gerat), zurückgewinnen.

Plötzlich Papa - das gab es auf der Leinwand schon öfter, zuletzt in "Umständlich verliebt" mit Jennifer Aniston und Jason Bateman. Auch Til Schweiger nutzt die Ausgangslage für allerlei turbulente Verwicklungen. Die Achtjährige erklärt dem Mittvierziger, wie er mit einem Kind umzugehen hat. Morgens zeitig aufstehen? Kindgerechtes Frühstück zuzubereiten? Das muss Henry erst lernen. Nach und nach wächst Henry mit seiner Aufgabe.

Als Magdalena beim Spiegeleierbraten versehentlich die ganze Küche in Brand steckt, merkt Henry, dass er wirklich Angst um die Kleine hat. Ein Wendepunkt im Film, sagt Til Schweiger: "Henry entdeckt, dass er viel mehr Gefühle für dieses Mädchen hat, als er wahrhaben möchte." Und so kocht er ihr natürlich auch sein Lieblingsgericht "Coq au vin", Huhn in Weinsauce. Das spricht Magdalena "Kokowääh" aus, daher der Titel des Films.

Parallelen zwischen Film und eigenem Leben will Til Schweiger nicht ziehen. "Ich wollte ja mein Leben lang immer Kinder haben, im Gegensatz zu Henry, der Figur, die ich spiele." Schon früh fühlte er sich selbst bereit für Nachwuchs. "Ich persönlich habe schon mit 19, 20 davon geträumt, eine eigene Familie zu haben." Vielleicht macht es ihm deshalb so sichtbar Spaß, den anfänglichen Kinderhasser Henry zu spielen, der im Lauf des Films zum Familienmenschen wird.

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