Königin der Wüste

Drama, USA/MA 2015
Nicole Kidman schlüpft in die Rolle von Gertrude Bell

Nicole Kidman schlüpft in die Rolle von Gertrude Bell

In der Biografie "Königin der Wüste" widmet sich Werner Herzog der Wüstenforscherin, Ethnologin und politischen Strippenzieherin, Gertrude Bell, und liefert ein bildgewaltiges Historienspektakel vor traumhafter Kulisse. Mit Nicole Kidman, James Franco, Damien Lewis und Robert Pattinson.

Werner Herzog liebt die Exzentriker, Egomanen, Einzelkämpfer. In seinen Filmen, wie in seinem Leben. Herzog porträtiert in seinen Werken Menschen, Situationen, Landschaften der Extreme. Und er will das Fiktive nicht vom Dokumentarischen trennen. Kein Wunder also, dass er sich in seinem jüngsten Werk "Königin der Wüste" der realen Person Gertrude Bell (1868-1926) widmet. Jener Britin, die Anfang des vergangenen Jahrhunderts in zahlreichen Expeditionen die entlegensten Wüstenregionen des Nahen Ostens erkundete, die Menschen ebenso wie die Natur verstand und maßgeblich an den Grenzziehungen nach dem Ersten Weltkrieg in der Region beteiligt gewesen sein soll. Zuvor hatte sie als eine der wenigen Frauen in Oxford studiert. Ein Stoff ganz nach Herzogs Geschmack.

Nicole Kidman spielt diese außergewöhnliche Frau, die gern auch die weibliche "Lawrence von Arabien" genannt wurde, diese unerschrockene, intelligente Britin aus gutem Hause, der das Leben in der Heimat zu häuslich wird. Ihren Vater bittet sie, sie in Ausland zu schicken. So landet sie schließlich in Teheran, wo sie sich ausgerechnet in den flatterhaften und spielsüchtigen Botschaftsangestellten Henry Cadogan (James Franco) verliebt. Er bringt ihr Farsi bei, rezitiert Gedichte und hält schließlich um ihre Hand an.

Bells Eltern jedenfalls lehnen Cadogan als zukünftigen Mann ihrer Tochter ab. Als Bell in die Heimat reist, um diese umzustimmen, kommt ihr Geliebter unter mysteriösen Umständen ums Leben. Bell beschließt, fortan ihre Liebe der Wüste, dem intellektuellen und kulturellen Leben der Beduinen, Stammesführern und sonstigen Herrschern der Wüste zu widmen. Es fallen so Sätze wie "Mein Herz gehört nur noch der Wüste". Glücklicherweise tritt da schon der nächsten Verehrer in ihr Leben: der verheiratete Generalkonsul Charles Doughty-Wylie (Damian Lewis). Von ihm lässt sie sich bewegen, für den britischen Geheimdienst zu arbeiten - und öffnet ihm dann auch gleich noch ihr Herz. Doch das Schicksal meint es auch mit dieser Liebe nicht gut. 

Zwischendurch vermittelt sie zwischen verfeindeten Stämmen oder diesen und den Briten, trifft auf ihr männliches Pendant T.E. Lawrence (Robert Pattinson), der später selbst als Lawrence von Arabien in die Geschichte eingehen soll, lehnt freundlich ab, als ein Stammesführer sie in ihr Harem aufnehmen will und nimmt vom Mond erhellt im durchschimmernden weißen Unterkleid ein Bad in einer Oase.

Tatsächlich bietet Bells Lebensgeschichte einen fantastischen Filmstoff, ihre Erkenntnisse und Erfahrungen als Wüstenforscherin, Ethnologin, Abenteurerin und Friedenstifterin, ihre Entbehrungen, Strapazen, Auseinandersetzungen in der Wüste. Doch Herzog konzentriert sich auf die amourösen Beziehungen.

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