Knallhart

Drama/ , D 2006
Michael findet rasch neue Feinde

Michael findet rasch neue Feinde

Als Polischkas Mutter von ihrem Liebhaber verlassen wird, müssen sie und ihr 15-jähriger Sohn nach Neukölln ziehen. Dort warten harte Zeiten auf den sensiblen Teenager. "Knallhart" heißt das Sozialdrama von Regisseur Detlev Buck, der damit nach zehn Jahren wieder mit einem Kinofilm überzeugen kann.

"Du Opfer" ist in dieser Welt das schlimmste Schimpfwort. Der 15 Jahre alte Polischka, den es mit seiner Mutter vom Villenviertel Zehlendorf ins berüchtigte Berlin-Neukölln verschlägt, ist wehrlos. Türkische Jungs "ziehen" ihm die Schuhe "ab", schlagen ihn brutal zusammen und zeigen ihm mit Handy-Filmchen, was mit anderen Opfern passiert.

Bucks Drama liegt mit seinem Stoff (nach einem Roman von Gregor Tessnow) auf der Höhe der Zeit und passt zur Diskussion um so genannte Ehrenmorde, Deutschpflicht auf Schulhöfen und islamkritische Karikaturen. In Neukölln, einem Schmelztiegel der Nationen, ist der Traum vom Multikulti-Idyll geplatzt, so sieht es zumindest der Film. Der Drogenhandel ist in arabischer Hand, und wenn man ein Handy verkaufen will, geht man zu den Italienern. Die Deutschen sind nicht besser: Polischkas Mutter lässt sich von ihrem Liebhaber das Leben bezahlen, und als dieser sie vor die Tür setzt, beginnt der Abstieg. In einem Höhepunkt der Gewalt denken sich Polischkas Feinde eine grausige Variante des Topfschlagen-Spiels aus, bei dem der Zuschauer kaum hinsehen mag.

Es ist ein für Buck unerwartet drastischer Film, der auf der Berlinale Publikum und Kritiker begeisterte. Auf den trockenen Witz des norddeutschen Filmemachers muss man trotzdem nicht ganz verzichten. Der aus 500 Bewerbern ausgewählte Hauptdarsteller David Kross als zarter Michael Polischka, der in eine Spirale aus Gewalt und Kriminalität gerät und vom Opfer zum Täter wird, hat ein starkes Debüt.

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