Kleine schmutzige Tricks

Drama/Thriller, GB 2002
Audrey Tautou als türkische Immigrantin

Audrey Tautou als türkische Immigrantin

Das Drehbuch von Steven Knight war für einen Oscar nominiert, der Film selbst als bester europäischer Film im Rennen - und trotzdem kommt "Kleine schmutzige Tricks" ("Dirty Pretty Things") erst vier Jahre nach seiner Entstehung ins Kino. Der britische Regisseur Stephen Frears schuf einen intelligenten Thriller im Immigrantenmilieu.

"Wir sind die Unsichtbaren - diejenigen, die eure Taxis fahren, die eure Zimmer aufräumen, die eure Schwänze lutschen." Okwe (Chiwetel Ejiofor) bringt den Status von illegalen Immigranten am Ende des Films auf den Punkt. Davor begleiten wir den Nigerianer auf seiner Reise durch die Niederungen Londons, wo er gemeinsam mit der Türkin Senay (Audrey Tautou) verzweifelt versucht, sich über Wasser zu halten.

Stets auf der Flucht vor der Ausländerbehörde arbeitet Okwe, ein völlig rechtloser "sans papier", illegal als Taxifahrer und Rezeptionist in einem Hotel. Die Absteige ist der Ort, an dem sich jene schmutzigen Dinge abspielen, die nach außen hin möglichst hübsch aussehen sollen. So lassen sich Illegale hier Organe entfernen, um an einen Pass zu kommen, während ihre Nieren vom Hotelinhaber Senor Juan (Sergi Lopez) teuer verkauft werden.

Auch Senay, die als Asylantin nicht arbeiten dürfte, aber im Hotel als Zimmermädchen tätig ist, überlegt sich nach zahlreichen Erniedrigungen und sexuellen Zwangsakten diesen Schritt. Sie will so nicht weiterleben und sich ihren Traum von New York erfüllen - doch Okwe, der sich in Senay verliebt hat, will die Organ-Operation nicht zulassen. Schließlich hat er gerade ein menschliches Herz auf der Toilette gefunden.

Stephen Frears hat das Drehbuch von Steven Knight perfekt in Szene gesetzt. Der gesamte Film spielt - wie oft bei Frears - in der Unterschicht, sowohl die Schauplätze in London als auch die Darsteller (fast keine hellhäutigen Personen) wurden sehr genau ausgewählt. So wirkt alles sehr aktuell und lebensnah, und die Schauspieler wissen durchgehend zu überzeugen - vor allem der grandiose Chiwetel Ejiofor ("Inside Man") und auch Audrey Tautou, die in ihrer ersten englischsprachigen Rolle eine gute Figur macht.

Frears selbst wechselt zwischen den Genres, wie es ihm gerade gefällt. Drama, Thriller und Liebesgeschichte werden stets mit einer Portion Humor versehen, was die 97 Minuten nicht nur wie im Flug vergehen lässt, sondern den Film auch äußerst wach und sympathisch macht. Für "Kleine schmutzige Tricks" gab es in Venedig den Sergio Trasatti Preis. Derzeit läuft auch Frears' "Mrs. Henderson Presents" (2005) in den heimischen Kinos.

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