Kleine Fische

Komödie/Drama, A 2009
Kurt und Martin sind total verschieden

Kurt und Martin sind total verschieden

Es ist ein ruhiger, sehr gemächlicher und durchaus witziger Film, der die Diagonale 2009 eröffnete. "Kleine Fische", der Debütfilm des Südtirolers Marco Antoniazzi, oszilliert zwischen Globalisierungskritik, Familienfilm, Sozialdrama und Liebeskomödie. Angesiedelt ist die Geschichte rund um einen kleinen Fischladen in einem typischen Wiener Grätzel.

Antoniazzi hat das Drehbuch mit dem Steirer Gregor Stadlober gemeinsam geschrieben. Sie lassen in ihrer Geschichte die ungleichen Brüder Kurt (Volker Schmidt) und Martin (Michael Steinocher) nach jahrelanger Entfremdung beim Begräbnis des Vaters wieder aufeinandertreffen. Der Vater hatte gerade noch fröhlich Volksmusik im Auto gehört ("denn alles ist vergänglich auf der Welt"), als er kurze Zeit später auf dem Eis in der Kühlkammer ausrutschte und starb. Der Fisch-Laden, ein Familienbetrieb, gehört nun den beiden Söhnen, die jedoch jeweils gänzlich unterschiedliche Vorstellungen über die Verwendung des Ladens haben.

Martin würde das Grätzel-Geschäft gerne modernisieren und auf Vordermann bringen, Kurt könnte das Geld des Verkaufs eigentlich gut brauchen. Da stolpert die politisch engagierte Studentin Karin (Sabrina Reiter) in das Leben der Beiden - und weckt nicht nur Martins Interesse. Dass sich in den Hauptrollen mit Michael Steinocher und Sabrina Reiter zwei Darsteller von "In 3 Tagen bist du tot" im Cast finden, ist laut Antoniazzi zufällig passiert. Klar war für ihn von vornherein im Wesentlichen die Besetzung von Brigitte Kren als Mutter der Streithähne und Karl Fischer als alter Sozi, der im Lauf der Zeit ein Auge auf die Mutter wirft.

Antoniazzi packt die wirtschaftskritische Entwicklung rund um das Sterben von Kleinunternehmen in eine realistische, aber doch sanft überhöhte Umgebung, arbeitet mit starren Einstellungen und einem konsequenten Farbkonzept, das den Film nach weiterer Fortdauer immer heller und freundlicher werden lässt. Der Humor funktioniert oft auf einer recht subtilen Ebene und zeigt, dass sich die beiden Drehbuchautoren viel Zeit für Beobachtungen und Details genommen haben. Die geschwisterlichen Gespräche, die Milieu-Unterschiede, die Frage nach Betriebserhaltung oder Liebesentfaltung - hier wird gutes Gespür und feiner Humor bewiesen.

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