Kinsey

Drama/ , USA/D 2004
Dr. Kinsey und der Sex

Dr. Kinsey und der Sex

"Kinsey kommt!": Der US-Sexualforscher Alfred C. Kinsey (1894 - 1956) löste 1948 mit seiner Studie über "Das sexuelle Verhalten des Mannes" eine wahre Revolution aus. Filmregisseur Bill Condon setzt dem Forscher, der die sexuelle Revolution auslöste, ein filmisches Denkmal.

Der Ire Liam Neeson, seit seiner Hauptrolle in "Schindlers Liste" ein Weltstar, spielt den berühmten Mann. Ein verschlossener junger Professor, der sich nach seinem Studium der Biologie und Psychologie auf die Erforschung von Gallwespen spezialisiert hat. Erst seine Bekanntschaft und spätere Heirat mit der Studentin Clara (Laura Linney war für ihre Darstellung zu Recht für den Oscar nominiert) weitet sein Interesse auf die menschliche Spezies aus. Die Hochzeitsnacht, für beide die erste Begegnung mit der körperlichen Liebe, verläuft katastrophal, doch wer an den Fortschritt glaubt, sucht Rat bei der Wissenschaft. Als Kinsey erkennt, dass die eigene Unwissenheit über Sexualität durchaus repräsentativ für seine Artgenossen ist, lässt er nach zwei Jahrzehnten die Insekten links liegen und beginnt mit der Feldforschung in den Betten der Amerikaner. Ohne es recht zu wollen, wird er zum Revolutionär.

Regisseur Condon (für sein Drehbuch von "Gods and Monsters" 1999 mit dem Oscar ausgezeichnet) hat seinen Film als Porträt angelegt, als sehr personalisierte Auseinandersetzung mit Wissenschaftsgläubigkeit und Forscherdrang. Das gibt seinem Hauptdarsteller viel Möglichkeit, sich als schrulligen Egghead zu präsentieren, und aus der Diskrepanz, dass intimste Details wie wertfreie Naturbeobachtungen erfasst, katalogisiert und zu Statistiken verarbeitet werden, wird auch so manche Komik gewonnen. Es geht eben nicht um das Liebesleben der Maikäfer, und die Tatsache, dass nicht nur der "Kinsey-Report" einst weltweit Schlagzeilen machte, sondern auch Condons Film für Proteste unter Amerikas Konservativen sorgte, zeigt deutlich, wie sehr ein wunder Punkt berührt wurde.

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