Kingsman - The Golden Circle

Action/Komödie, USA 2017

Wieder einmal muss die Welt gerettet werden

Taron Egerton muss zum zweiten Mal die Welt retten - aber seine elegante Organisation existiert nicht mehr. Ob die rauen Brüder aus den USA mit Channing Tatum helfen können?

Meine Damen und Herren, bitte schließen Sie die Knöpfe Ihrer Maßanzüge von Gieves & Hawkes bzw. Ihrer Chanel-Kostüme und folgen Sie uns in die verrückteste, aber eleganteste Agentenwelt der Gegenwart: Nach dem Überraschungserfolg von Kingsman: The Secret Service 2015 legt Produzent, Drehbuchautor und Regisseur Matthew Vaughn mit Kingsman: The Golden Circle nach und eins drauf. Stars, Action, irre Effekte, Noblesse und eine ins Groteske überzogene Gewalt samt viel linderndem Humor sind die bewährten Zutaten, die auch diesmal voll ausgereizt werden.

Eigentlich könnte die freie Welt relativ ruhig schlafen: Die Geheimgesellschaft Kingsman wacht mit Eleganz und Hightech über den Frieden und die relative Machtbalance zwischen Gut und Böse -und ihr bester Mann, Jungagent Eggsy alias Galahad (Taron Egerton) ist in Hochform. Den Verbindungsnamen hat der ehemalige Cockney aus sozial eher durchwachsenen Verhältnissen von seinem alten Freund und Mentor Harry Hart (Colin Firth) übernommen, der ihn beim ersten Abenteuer vor drei Jahren anheuerte und gegen alle Widerstände als Kingsman etablierte.

Leider wurde Harry bekanntlich im Zuge des Kampfes gegen einen durchgeknallten Internet-Milliardär durch einen Kopfschuss abberufen; Eggsy hat sein Erbe angetreten: Rang, Haus, Reputation - trotzdem vermisst er Harry jeden Tag. Trost spendet allerdings die in jeder Hinsicht zufriedenstellende Beziehung zur stets lüsternen schwedischen Prinzessin Tilde (Hanna Alström), die ihn bald den royalen Eltern vorstellen will. So weit also alles in Ordnung - oder?

Nein, denn die Ereignisse überschlagen sich. Erst taucht der einst gescheiterte und für tot gehaltene Kingsman-Rekrut Charlie (Edward Holcroft) bei der Kingsman-Schneiderei auf und will Eggsy entführen. Nach einer wilden Verfolgungsjagd bleibt ein verhängnisvolles Teil zurück -und prompt wird, gerade als Eggsy den Abend bei den Schwiegereltern in spe gut überstanden hat, die ganze Organisation per Raketen ausgelöscht. Alles weg und alle tot, nur Eggsy und Waffenmeister Merlin (Mark Strong) überleben die Tragödie.

Es stellt sich heraus, dass die US-Drogenbaronesse Poppy (Julianne Moore), die in einem seltsam bunten Disneyland-Dorf im mittelamerikanischen Dschungel lebt, hinter der Sache steckt. Und sie will nicht nur weltgrößte Dealerin werden, sondern plant noch Furchtbareres. Die beiden übrigen Kingsman-Mitglieder wären wohl verloren, fänden sie nicht in einer Whisky- Destillerie in Kentucky quasi ihre amerikanische Bruder-Organisation: The Statesman, weniger Gentlemen als vielmehr Cowboys, allen voran die Agenten Tequila (Channing Tatum) und Whiskey (Pedro Pascal).

Unter der Führung von Champagne (Jeff Bridges) und mit Hilfe von Waffenmeisterin Ginger (Halle Berry), in der Merlin sein US-Pendant findet, geht es gemeinsam gegen die irren Pläne von Poppy und ihren Spießgesellen. Und Eggsy trifft zu seiner Überraschung auf jemanden anderen, den er für tot gehalten hat.

Etwas grenzwertig sind allerdings die Gewaltdarstellungen. Wie im ersten Teil, wo in einer Szene zur Musik von Sir Edward Elgars "Pomp And Circumstance" die Köpfe zahlreicher Bösewichte explodierten, geizt auch "Kingsman: The Golden Circle" nicht mit visueller Brutalität. Kopfschüsse sind an der Tagesordnung und werden mitunter musikalisch und optisch so feierlich in Szene gesetzt, dass man es zumindest fragwürdig finden darf. Zartbesaitete sollten die Gewaltorgie meiden.

"Kingsman: The Golden Circle" hat zwar auch ein paar zähe Passagen, ist aber trotz seiner langen Laufzeit von 141 Minuten überraschend kurzweilig. Der Film hat viele Lacher und einige sehr originelle Actionszenen. Bei manchen werden sich die James-Bond-Macher fragen, warum sie nicht darauf gekommen sind. Seinem Vorgänger steht das unterhaltsame Sequel "Kingsman: The Golden Circle" damit kaum nach. Und der dritte Teil ist vermutlich schon in Planung.

Kinotipps
Birds of Passage

Birds of Passage

In epischen Bildern werden die Mythen der Wayuu mit den harten Realitäten des Drogenhandels verwoben: Neues, beeindruckendes ...

Kinotipps
Weil du nur einmal lebst - Die Toten Hosen auf Tour

Weil du nur einmal lebst – Die Toten Hosen auf Tour

Musikdoku blickt hinter die Kulissen einer Konzert-Tour der Toten Hosen

Kinotipps
Generation Wealth

Generation Wealth

Macht Reichtum glücklich? Regisseurin Lauren Greenfield porträtiert in ihrer Dokumentation Menschen, die vermeintlich alles haben!

Kinotipps
Frau Mutter Tier

Frau Mutter Tier

Gezeigt werden drei Mütter, die ihren täglichen Alltagswahnsinn meistern

Kinotipps
Die Kinder der Toten

Die Kinder der Toten

Wie geht eine Gesellschaft damit um, tausende Menschen getötet zu haben? Nach dem gleichnamigen Roman von Nobelpreisträgerin ...

Kinotipps
Willkommen in Marwen

Willkommen in Marwen

Oscar-Preisträger Robert Zemeckis bringt die wahre Geschichte eines Mannes in die Kinos, der sich mit der Kraft der Fantasie ...