King Arthur - Legend Of The Sword

Action/Abenteuer, GB/AUS/USA 2017

Arthur muss sich seinem Schicksal stellen

Der vielseitige Brit-Regisseur (Sherlock Holmes) hat sich der Artus-Saga angenommen und daraus ein Action- & Magie-Feuerwerk gestrickt

Darum geht's in ‚King Arthur - Legend Of The Sword‘:

England zu jener Zeit, als das Altertum ins noch junge Mittelalter übergeht: Die Kräfte des Guten unter der Führung des tapferen und edlen Königs Uther (Eric Bana) sind in die Festung Camelot zurückgedrängt, die Armeen der Magie und der Finsternis drängen gegen die Tore, die Belagerungsmaschinen kommen immer näher. Da bleibt Uther nichts anderes übrig, als seinem Bruder Vortigern (Jude Law) die Krone anzuvertrauen, seine Frau und seinen kleinen Sohn Arthur mit einem Boot in Sicherheit bringen zu lassen und sich allein mit seinem magischen Schwert Excalibur dem übermächtigen Anführer der Feinde zu stellen. Ohne zu viel verraten zu wollen -das ist ein taktischer Fehler, denn kurz darauf ist Vortigern König des Reiches und von der Regentenfamilie hat nur Arthur durch einen Zufall überlebt; wie einst Moses treibt das Kleinkind nach Londinium, wo es von Dirnen gefunden wird.

Arthur durchlebt eine Kindheit, die ihn prägt, stark und stärker macht: Er wächst im Bordell dieser Prostituierten auf, erledigt erst kleine Dienste, kassiert jahrelang Prügel um Prügel von Freiern und größeren Kindern. Bis er, auch durch die Ausbildung bei Kung Fu-George (Tom Wu), als junger Mann (Charlie Hunnam) so stark und nahkampftüchtig ist, dass noch kein Bordell von Londinium einen kräftigeren, brutaleren, aber auch so menschlichen Beschützer, Rausschmeißer und Mann für alle Fälle hatte. Gemeinsam mit seinen Kameraden Back Lack (Neil Maskell) und Rubio (Freddie Fox) ist Arthur eine Macht im Rotlichtviertel, die sogar von den Black Legs, der ultraharten Leibgarde von König Vortigern respektiert wird.

Letzterer hat in den Jahren seit König Uthers Tod das Land in eine solide Tyrannis hineinregiert, und so könnte das nach seinem Wunsch auch ruhig bleiben. Doch eines Tages passiert etwas Seltsames: Der felsige See vor Camelot rinnt plötzlich ab, und am einstigen Grund des Gewässers steckt Uthers legendäres Schwert Excalibur im Fels. Volksüberlieferung (und die Inschrift auf der Klinge) sagen eindeutig, dass nur König von Britannien sein kann, wer das Schwert aus seiner steinernen Scheide zieht. Halb England strömt hin und scheitert unter den zufriedenen Augen Vortigerns. Nachdem er sich mit einer Horde Wikinger angelegt hat, die sich im Bordell unpassend benahmen, muss Arthur aus Londinium fliehen - die Nordmänner standen unter dem Schutz von Vortigern.

Die Flucht führt ihn genau nach Camelot, zum Schwert. Doch als er es herauszieht, muss er bemerken, dass er erstens noch viel an sich arbeiten muss, um wirklich würdig zu sein, diese Waffe mit beiden Händen (da entfaltet sich nämlich ihr Zauber) zu führen. Und zweitens wird er sofort von den Häschern des Königs eingesackt. Der will ihn als Frevler öffentlich hinrichten lassen, um dem Volk zu zeigen, dass nur er der wahre König sei. Arthur braucht ein Wunder, um hier lebend rauszukommen ...

Unsere Meinung zu ‚King Arthur - Legend Of The Sword‘:

Kennen wir das nicht? England zu jener Zeit, als das Altertum ins noch junge Mittelalter übergeht - oder sollte man besser sagen Mittelerde? Regisseur Guy Ritchie bedient sich bei seiner Interpretation der Artus-Sage (ein englisches Nationalheiligtum) von Anfang an so unverfroren bei Peter Jacksons Herr der Ringe, dass Plagiatsklagen nicht verwundern würden.

Riesige Olifanten und sonstig magisches Getier, das man zuletzt beim Angriff auf Gondor gesehen hat, legen - neben dem ähnlichen visuellen Stil - diesen Vergleich nahe. Auch sich selbst zitiert Ritchie, der zuletzt mit ‚The Man from U.N.C.L.E.‘ einen kolossalen Bauchfleck hingelegt hatte, gern und ausgiebig: Rückblenden, die erklären sollen, was da gerade passiert ist und vor allem eine doppelte Überdosis an Zeitlupen-Stilleben: Das ist typisch Guy Ritchie. Aber was bei zwei Sherlock Holmes-Filmen gut funktioniert hat, um die Tricks des Detektivs nachvollziehbar zu machen, beginnt hier zu nerven.

In all dieser überdesignten, künstlichen Welt zwischen Fantasy und Mittelalter, wie sie nie existierte, ersticken Story und die ohnehin recht flachen Charaktere in einer Flut aus eitlen, überstilisierten Bildern, die weder das eine noch die anderen weiterbringen. Beispielsweise war Ritchie offenbar begeistert vom Motiv eines nachgezogenen Schwerts Excalibur, dessen Spitze auf dem steinigen Boden Funken schlägt - das sehen wir einige Male.

Dazu kommt, dass Charlie Hunnam zwar ein schmucker Junker ist, seine mimische Bandbreite jedoch Luft nach oben hat. Es sind die Nebenfiguren, allen voran Jude Law als Bösewicht (legt seinen Vortigern als charmanten Macbeth an), die diesen Film schauspielerisch retten. Und wenn menschlich nichts mehr geht, dann tauchen magische Wesen auf, welche die Handlung weitertreiben müssen.

Auf Merlin wurde hier übrigens verzichtet, für ihn steht das magische weibliche Wesen Mage (Astrid Bergès-Frisbey). Allerdings ist hier recht schnell klar, dass auf diese Art vor allem die Quotenfrau in einem fast reinen Männercast gesucht wurde. Fazit: Als lautes, schnelles Popcorn-Kino okay, aber auch das hat Guy Ritchie schon weitaus runder, besser und emotionaler hingekriegt. Bitte Sherlock Holmes 3 angehen!

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