Kaltes Land

Drama/ , USA 2005
Josey und ihre Peiniger

Josey und ihre Peiniger

Für ihren ersten US-Film hat die neuseeländische Regisseurin Niki Caro Oscar-Preisträgerin Charlize Theron ("Monster") gewinnen können. Diese spielt die zweifache Mutter Josey, die nach einer gescheiterten Ehe allein für sich und ihre zwei Kinder sorgen muss. Und prompt wurde Theron auch heuer für den Oscar nomniert.

Vielleicht ist "Kaltes Land" einer jener Filme, den sich Männer nur auf Wunsch ihrer Liebsten ansehen. Denn in Niki Caros Drama, das in Anlehnung an einen spektakulären US-Prozess gegen sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz entstand, sind fast alle Männer Schweine. Doch Caro ("Whale Rider") gelingt weit mehr als eine Schwarz-Weiß-Malerei in verbissener Emanzen-Manier.

Der Film konfrontiert den Zuschauer mit dem Leben der Arbeiterin Josey Aimes (Charlize Theron), die ihren gewalttätigen Ehemann verlässt. Mit ihren beiden Kindern kehrt sie in ihren Heimatort Eveleth im Norden Minnesotas zurück. Hart, wortkarg und einfach sind die Menschen hier, viele Familien verbindet die Schufterei in der großen Erzmine.

Um allein für ihre Kinder zu sorgen, nimmt Josey einen Job in der Mine an. Doch das wird nicht gern gesehen - sie nehmen den Männern die raren Jobs weg und stören das raue Kumpel-Klima, in denen ein Mann noch ein ganzer, derber Kerl sein darf. Die Frauen leiden, doch sie begehren nicht auf: Sie wollen den guten Lohn.

Was Josey und ihre Kolleginnen in der Mine erleben, ist nicht nur zutiefst demütigend; die Attacken der Kollegen reichen über Beleidigungen und Einschüchterungen bis hin zur Vergewaltigung. Selbst dem nachsichtigsten Zuschauer dürfte bei diesen Szenen das Messer in der Tasche aufgehen. Doch Josey ist keine Vollemanze. Sie wehrt sich mit einem ausgeprägten Sinn für Menschenwürde gegen die tradierte Frauenfeindlichkeit. Von der Firmenleitung abserviert, von Kollegen als Schlampe verleumdet und von Vater und Sohn verachtet, verlegt sie ihren einsamen Kampf schließlich ins Gericht.

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