John Wick: Kapitel 2

Action/Krimi, USA 2017

John Wick kann nicht so einfach in die Berufskiller-Pension gehen

Vergessen Sie Logik und Realismus - Keanu Reeves killt sich dafür zwei Stunden lang sehr unterhaltsam durch die Mafiawelt

Wir erinnern uns: In Teil 1 nimmt der ausgestiegene Auftragskiller John Wick (Keanu Reeves) - ein Mann, der Feinde mit bloßer Hand bzw. mit einem Zweier-Bleistift umbringt -furchtbare Rache an der lokalen Russenmafia, weil sie seinen kleinen Hund getötet hat. Der überdrehte Action-Irrsinn kostete nur 20 Millionen, spielte weltweit aber das Vierfache in den Kinos ein - und erwies sich in der DVD-und VoD-Auswertung als Renner. Logische Folge: Zweieinhalb Jahre später schiebt John Wick: Chapter 2 (Kapitel 2) ein neues Magazin ein und lädt durch -Feuer frei für die bislang coolste Action des jungen Kinojahres.

Darum gehts in ‚John Wick: Kapitel 2'

Nachdem Wick auf ungewöhnliche, aber effektive Art und Weise mit den Russen Frieden geschlossen hat, will er sich mit seinem neuen, namenlosen Hund wirklich zur Ruhe setzen. Doch alte Schulden zwingen ihn zur Annahme eines letzten Auftrages in Rom, der die Struktur des weltweiten Verbrechersyndikats erschüttert - und plötzlich jagen alle den Auftragskiller, der kugelsichere Anzüge trägt und praktisch jede Sprache spricht. Von Ruhestand kann keine Rede mehr sein ...

Unsere Meinung zu ‚John Wick: Kapitel 2'

Willkommen in einer Welt, wo Logik und Realismus kaum existieren, wo es keine Polizei zu geben scheint und man einander mit allen Mitteln öffentlich umbringen kann, ohne dass Passanten panisch werden. Dafür liefert Ex-Stuntman und Jungregisseur Chad Stahelski von Minute eins weg irre Action, allerfeinst herausgeputzte Schauplätze, gute Schauspieler - Ian McShane, Laurence Fishburne, Common, Franco Nero (!)- samt grimmigem Humor, einen fast dreistelligen Bodycount und teils wirklich überwältigende und auch elegante Bilder ab, die zu einer Achterbahnfahrt de luxe für Freunde des Genres verschmelzen. Das Blut spritzt, es wird gefühlt der halbe Munitionsbestand des Irak-Krieges verballert und Keanu Reeves muss öfter in den Infight als Matt Damon in allen Jason-Bourne-Filmen zusammen -das TV wird sich sehr schwertun mit einer familientauglichen Schnittfassung. Also eher ein Film für die Buben als für einen Damenabend -obwohl der interessanteste Killer des Films weiblich ist. Chapter 3 (und damit ein Franchise) steht übrigens schon fest. Fazit: Auf seine Art echt gut.

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