Johannes XXIII. - Für eine Welt des Friedens

Drama/ , I 2003
Ein Seliger kurz vor der Heiligsprechung

Ein Seliger kurz vor der Heiligsprechung

In den vergangenen Jahren ließen religiöse Filme wie "Luther" mit Joseph Fiennes und "The Passion" von Mel Gibson die Kinokassen kräftig klingeln. Bei der teils rührseligen und bisweilen frömmelnden Papst-Biografie "Johannes XXIII. - Für eine Welt des Friedens" vom italienischen Regisseur Ricky Tognazzi wird sich noch herausstellen, ob sie das Zeug zum Publikumserfolg hat.

In der Hauptrolle ist Bob Hoskins als Johannes zu sehen. Der britische Filmstar hat bereits zahlreiche historische Persönlichkeiten verkörpert, darunter die Diktatoren Mussolini und Stalin sowie FBI-Chef Edgar Hoover. Als Papst Johannes XXIII. (1881-1963) muss Hoskins allerdings keine charakterliche Bandbreite von gut bis böse zeigen - diesmal reicht das Gute. Hoskins (selber ein Atheist) spielt einen durch und durch gütigen Mann Gottes, den weder Machtkämpfe in der Kurie noch die politisch-sozialen Umbrüche des 20. Jahrhunderts in seinem Glauben und Optimismus erschüttern können.

Das mag historisch durchaus angemessen sein. Über Johannes XXIII. urteilte sogar der sowjetische KPdSU-Generalsekretär Nikita Chruschtschow: "Dieser Papst ist ein Heiliger." Der aus bäuerlichen Verhältnissen stammende Giovanni Roncalli wurde 1958 Papst. 1959 kündigte Johannes XXIII. das Konzil an, das 1962 eröffnet werden sollte. Das Zweite Vatikanum (1962-1965) öffnete die Kirche der modernen Gesellschaft hin und ebnete den Weg zum Dialog der lange unversöhnlich gegenüber stehenden Konfessionen und Religionen.

Seine letzte Enzyklika "Pacem in terris" (Frieden auf Erden, 1963) richtete sich nicht nur an die Katholiken, sondern an alle Menschen guten Willens - ein Novum. Darin erklärte es es für unmöglich, den Krieg im Atomzeitalter als Mittel der Gerechtigkeit zu benutzen, einen gerechten Krieg könne es nicht geben. Am 3. Juni 1963 starb der krebskranke Pontifex. Im Jahr 2000 wurde Johannes XXIII. von Papst Johannes Paul II. selig gesprochen, die Heiligsprechung steht noch aus.

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