Joe Strummer: The Future is Unwritten

Dokumentation/ , IRL/GB 2007
Dokumentation über Joe Strummer

Dokumentation über Joe Strummer

Die Doku "Joe Strummer: The Future Is Unwritten" kommt rund fünf Jahre nach dem Tod des The Clash Sängers und Punkrock-Stars in die Kinos. Als Regisseur zeichnet Strummers Freund, der Filmemacher Julien Temple verantwortlich. Dennoch behält die liebevoll gemachte Musikdoku an manchen Stellen eine analytische Qualität, die in diesem Fach recht selten ist.

Mithilfe von Konzertmitschnitten, Interviews, Filmauszügen (unter anderem aus "Animal Farm" und "1984") und Animationen von Comics des Sängers erzählt Julien Temple die Lebensgeschichte von John Graham Mellor, der unter dem Namen Joe Strummer als Punksänger weltweit bekannt wurde.

Temple hat angefangen von den The Clash-Kollegen Mick Jones und Topper Headon über Bobby Gillespie (Primal Scream) und Martin Scorsese bis hin zu Bono von U2 und Johnny Depp allerhand Bekannte von Strummer als Interviewpartner gewonnen. Fast wie selbstverständlich nimmt der Teil, in dem es um The Clash geht, einen großen Teil des Films ein. Nähere, nicht unbedingt positive, Umstände über die Trennung der Band 1985 werden ebenso erklärt wie die Tatsache, dass Strummer damals recht abrupt seine Gruppe aus Hausbesetzertagen, die "101ers" verließ, um bei der - so stellt es Temple dar - bereits fertig gecasteten Band The Clash zu spielen. So gibt Strummer selbst zu, dass es "fast stalinistisch" war, wie er seine alten "Hippie"-Freunde ablegte.

Strummer kämpfte nach dem Ende von The Clash stark damit, dass sein Name von den meisten nur mit der Punkband in Verbindung gebracht wurde und neue Projekte kaum öffentliche Beachtung fanden. In dieser Zeit orientierte er sich unter anderem als Filmkomponist (etwa für den Independent-Western "Walker") und als Schauspieler (in Jim Jarmuschs "Mystery Train") neu. Am 22. Dezember 2002 starb Joe Strummer überraschend an einem nicht diagnostizierten Herzfehler, als er mit seiner zweiten Band, den Mescaleros, gerade dabei war, wieder über die Grenzen des Independent hinaus bekannt zu werden.

Und eine - späte und für Jungpunker von heute immer noch undenkbare - Erkenntnis Strummers bleibt besonders im Gedächtnis: Dass Punks und Hippies eigentlich für das selbe kämpfen.


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