Jellyfish

Drama, F/IL 2007
Das Meer ist das verbindende Element

Das Meer ist das verbindende Element

Kera, Batya und Joy - drei Frauen zwischen Traum und Realität im heutigen Tel Aviv. Die Verbindung zwischen den Hauptfiguren der drei Kurzgeschichten ist das Meer mit seiner hoffnungsvollen, unendlichen Weite. Im immer gleichen Rhythmus rauschen die Wellen ans Ufer - beruhigend und beständig. Doch dafür sind die Frauen nicht empfänglich. Wie ferngesteuert laufen sie durchs Leben.

Sie sind gefangen in ihren Ängsten, Sehnsüchten, in Konventionen und Verletzungen. "Die Helden des Films haben die Illusion, ihren eigenen Weg gehen zu können", erläutern die Regisseure Etgar Keret und und Shira Geffen ihr Werk. "Sie bewegen sich wie Quallen (Jellyfish) fort, ohne ihr Leben kontrollieren zu können. Die unterirdischen Strömungen, die sie vorantreiben, kommen aus der Vergangenheit."

Da ist die ewig unzufriedene Keren (Noa Knoller), die sich bei ihrer Hochzeit ein Bein bricht. Statt in der Karibik verbringt das Paar die Flitterwochen in einem seelenlosen Hotel in Tel Aviv - ohne Meerblick. Doch dann lernen sie eine geheimnisvolle Frau kennen. Als sich die Schicksale der zwei Frauen verbinden, nehmen die Ereignisse eine dramatische Wende. Die duldsame Joy (Manenita De Latorre) dagegen arbeitet als Pflegerin. Sie verzehrt sich vor Sehnsucht nach ihrem kleinen Sohn zu Hause auf den Philippinen. Als sie eine neue Stelle bei der ruppigen Malka (Zaharira Harifai) antritt, bricht ihre lächelnde Fassade zusammen. Ihre Verzweiflung bringt sie nicht nur der ebenso einsamen Malka näher. Auch die alte Frau und ihre exzentrische Tochter Galia finden auf einmal wieder zueinander. Batya (Sarah Adler - "Marie Antoinette") schließlich lebt ebenfalls alleine vor sich hin, bis sie eines Tages am Strand ein Mädchen findet. Eine seltsame Kleine, die kein Wort redet und schrill kreischt, als Batya ihr den Schwimmreifen vom Bauch streifen will. Ein Kind aus dem Meer oder aus der Sehnsucht geboren, dass in Batya längst vergessene Kindheitserinnerungen weckt und sie aus ihrem erstarrten Dasein befreit.

In seiner Heimat Israel gehört Etgar Keret zu den Kultautoren. Ein feiner und oft auch nachdenklicher Humor durchzieht seine Bücher, in denen er vom Dasein zwischen Lebensfreude, Alltagssorgen und politischen Spannungen erzählt. Nun hat der Autor von Werken wie "Pizzeria Kamikaze" oder "Gaza Blues" mit seiner Frau, der Filmemacherin und Kinderbuchautorin Shira Geffen, zum ersten Mal Regie geführt.

"Jellyfish" ist ein melancholisch-poetische Film über drei Frauen auf der Suche nach Liebe und Geborgenheit sind. Bei den Filmfestspielen in Cannes wurde der Streifen als bester Debütfilm ausgezeichnet.

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