Jane Eyre

Drama/Romanze, GB/USA 2011
Roman-Klassiker im neuen Gewand

Roman-Klassiker im neuen Gewand

Orson Welles und Joan Fontaine haben es in den 1940er Jahren vorgespielt, Franco Zeffirelli hat sich 1995 damit befasst - und jetzt machen es ihnen Michael Fassbender und Mia Wasikowska spielend nach. Cary Fukunagas Verfilmung des Charlotte-Bronte-Romans "Jane Eyre" wartet mit einem dunklen Geheimnis, klugen Dialogen und knisternder Leidenschaft auf.

England im 19. Jahrhundert: Nach einer traumatischen Jugend im Waisenhaus tritt die 18-jährige Jane Eyre (Wasikowska) eine Stelle als Gouvernante auf dem entlegenen Landsitz Thornfield Hall an. Den Hausherrn bekommt die junge Frau anfangs nie zu Gesicht, ihre Freizeit verbringt sie daher in Gesellschaft der Haushälterin Mrs. Fairfax (Judi Dench). Dann, nach Wochen erscheint Mr. Rochester (Fassbender) - und zwischen ihm und Jane knistert es gewaltig. Nach vielen Wirrungen und Demütigungen - so will die reiche Frau Blanche Ingram den stattlichen Hausherrn erobern und lässt keine Gelegenheit aus, dies zu verdeutlichen - finden Jane Eyre und Mr. Rochester endlich zueinander. Doch gehen auf dem einsamen Anwesen in einer wilden Moorlandschaft mysteriöse Dinge vor sich, die dunkle Geheimnisse aus der Vergangenheit erahnen lassen..

Er ist nicht Orson Welles' furchteinflößender, stimmgewaltiger Rochester. Fassbender spielt den von einem schrecklichen Geheimnis gequälten Schlossherren vielmehr als galanten Intellektuellen, der von seinem Schicksal zermürbt wird. Er lässt Jane Eyre den Vortritt, schließlich ist es ihre Geschichte. Fukunaga erzählt ihr Leben in Flashbacks: Als Waisenkind von den Verwandten verstoßen, im Internat gequält, in ihrer heimlichen Liebe zu Rochester zerrissen.

Bei dem 34-jährigen Kalifornier Cary Fukunaga, halb japanischer, halb schwedischer Abstammung, ist das Melodrama in besten Händen. Zusammen mit Kameramann Adriano Goldman fängt er die düstere Stimmung der wilden englischen Moorlandschaft, die Einsamkeit des schaurigen Landsitzes und die viktorianische Enge der vermeintlich tugendhaften Gesellschaft ein. Neben den Bildern ist es vor allem die geniale Besetzung der Charaktere, die einem Millionenpublikum seit Jahrzehnten vertraut sind, die aber durch Mia Wasikowska und Michael Fassbender neu aufleben.

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