Iron Man

Action/Abenteuer, USA 2008
Robert Downey Jr. als bekehrter Bösmensch

Robert Downey Jr. als bekehrter Bösmensch

Der Marvel-Comicheld "Iron Man" ist ein ganz anderes Kaliber als seine Freunde Superman oder Catwoman. Er ist der Waffenhändler Tony Stark, der lautstark dem Luxus frönt. Robert Downey Jr. gibt einen Multimillionär, der in einer Stahlrüstung als fliegender "Iron Man" Schurken bekämpft. Gwyneth Paltrow steht ihm als Assistentin zur Seite.

In "Iron Man" schlägt Regisseur Jon Favreau neue Töne an, ohne die eingetretenen Pfade der beliebten, wenn auch meist handlungsarmen Marvel-Comicverfilmungen zu verlassen. Mit einer Prise Humor präsentiert er den Helden anfangs als Alptraumversion vom "American Dream". Der ist als steinreiches Genie unerträglichen Großkotz verkommen. "Frieden heißt, wenn man die größere Knarre als der andere hat", sagt er bei der Präsentation der neuesten "Freiheitskollektion" aus dem firmeneigenen Waffenarsenal.

Doch dann wird seine Militärkolonne von afghanischen Terroristen niedergemetzelt und er kommt in monatelange Gefangenschaft. Danach wird Tony Stark vom Saulus mit rauchendem Colt zum edlen, pazifistischen Paulus. Diese krasse Wandlung ist konsequent ironisch gebrochen, so dass "Iron Man" bisweilen an eine Comicsatire grenzt. Amerikanische Statussymbole wie Sportautos und Waffen werden dabei krachend demoliert.

Sätze wie "Danke, dass du mir das Leben gerettet hast" und "Das ist das coolste Ding, was ich je gesehen habe" sind in Comicverfilmungen wie "Iron Man" dennoch unvermeidlich. Das trifft wohl auch auf die simple Skizzierung von bösen, dummen Afghanen sowie edlen, cleveren Amerikanern zu. Regisseur Favreau verweist bei dieser Schwarz-Weiß-Darstellung im Interview mit der dpa auf die Tradition von Comicverfilmungen. "Die Leute wollen dem Guten zujubeln, der den Bösen fertigmacht", sagt Favreau, der bei den Marvel-Streifen "Batman und Robin" und "Daredevil" als Schauspieler mitgewirkt hatte.

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