Inglourious Basterds

Abenteuer/Kriegsfilm, USA/D 2009
Brad Pitt jagt mit Rächertrupp Nazi-Skalps

Brad Pitt jagt mit Rächertrupp Nazi-Skalps

Rache ist süß. Wenn Adolf Hitler und seine Mannen im Kugelhagel sterben, dann macht sich im Kinopublikum Befriedigung breit. Quentin Tarantinos neuer Film "Inglourious Basterds" begibt sich mit seinem Racheplot auf die gleiche Ebene wie die Täter - Gewalt wird mit Gegengewalt bekämpft. Tarantino sieht das natürlich anders: "Die Macht des Kinos besiegt das Dritte Reich", sagt der Kultregisseur.

Dass Tarantinos 155 Minuten langes Weltkriegs-Märchen nicht in eine blutrünstige Orgie ausartet, dafür sorgt der US-Regisseur mit ungewohnt ruhigen, dafür umso perfideren Szenen - dämonischer Star dieser Sequenzen ist der Österreicher Christoph Waltz, der für seine Rolle als weltgewandter, sadistischer SS-Standartenführer bei den Filmfestspielen in Cannes als bester Schauspieler ausgezeichnet wurde. Hierzulande sicherte sich Tarantino die Aufmerksamkeit schon allein durch sein großes deutschsprachiges Schauspielerensemble und die Dreharbeiten in den Babelsberger Filmstudios.

Tarantino verschränkt kunstvoll mehrere Handlungsstränge miteinander: Mit Hollywoodstar Brad Pitt als Anführer schickt er einen Trupp jüdisch-amerikanischer Soldaten hinter die feindlichen Linien im besetzten Frankreich. Dort sammeln die "unrühmlichen Bastarde" Nazi-Skalps. Waltz als SS-Mann Hans Landa wiederum jagt versteckte Juden. Daniel Brühl verliebt sich als NS-Kriegsheld in eine jüdische Kinobesitzerin, die allerdings alle Nazis lieber tot als lebendig sähe.

Martin Wuttke gibt einen teuflisch lachenden Hitler. Sylvester Groth spielt nach Dani Levys "Mein Führer"-Komödie bereits zum zweiten Mal Goebbels. Til Schweiger tritt als gefährlich fanatischer, deutscher Nazi-Jäger auf. Am Ende treffen alle Protagonisten in einem kleinen Pariser Kino aufeinander, wo ein Anschlag auf die NS-Führung dem Schreckensregime den Garaus machen soll.

"Ja, man könnte schon sagen, dass das ein Rache-Film ist", meint der 46-jährige Tarantino, der sein Drehbuch frei nach dem B-Movie "Ein Haufen verwegener Hunde" (1978) von Enzo Castellari geschrieben hat. Mit dem Film habe er sich einen lange gehegten Traum erfüllt: "Die Macht des Kinos besiegt das Dritte Reich." Dabei wandelt er irgendwo zwischen Action, Trash, Abenteuer und Cowboy-Lässigkeit, die sich vor allem in der Figur von Pitts Bandenanführer niederschlägt. Auffallend zurückhaltend setzt Tarantino dieses Mal Musik ein, was dem Film gut tut. In der Mitte gibt es einige Längen - man sieht den Regisseur förmlich vor sich, wie er mit sich rang, und am Ende doch nichts kürzte.

Kinotipps
Hollywoodstar Jürgen Prochnow als griesgrämiger Leander

Kinotipp: Leanders letzte Reise

Hollywood-Star-besetztes Familiendrama

Kinotipps
Erste Kinohauptrolle für den Österreicher

Kinotipp: Baumschlager

Der trottelige Blauhelm polarisiert

Kinotipps
Suche nach dem Weg zu einem selbstbestimmten Leben

Kinotipp: Das Löwenmädchen

Die Geschichte von einem Mädchen mit Ganzkörperbehaarung

Kinotipps
Harter Kampf um Ninjago City

Filmtipp: The Lego Ninjago Movie

Wem dieser Streifen zu schnell ist, der ist zu alt :-)

Kinotipps
Alexandra Borbely beeindruckt im Berlinale-Sieger-Film

Filmtipp: Körper und Seele

Ungewöhnliche Love-Story

Kinotipps
Culture-Clash-Komödie mit Christian Clavier

Filmtipp: Hereinspaziert

Monsieur Claude lässt grüßen!