In die Welt

Dokumentation, A 2008
Wulff hat sich dem "Ereignis Geburt" angenähert

Wulff hat sich dem "Ereignis Geburt" angenähert

Constantin Wulff hat sich in seinem neuen Film "In die Welt" mit dem wohl größten Phänomen beschäftigt: mit dem Wunder Mensch. Fast vier Jahre lang hat er sich in der Semmelweis-Klinik aufgehalten, um die Geburt eines Menschen in all ihren Facetten zu dokumentieren. Herausgekommen ist der faszinierende Film "In die Welt", der bei der Viennale seine Premiere feierte.


Ganz in der Tradition des Direct Cinema werden hier keine Gespräche geführt, gibt es keine Interviews vor der Kamera oder Off-Kommentar, schon gar kein künstliches Licht oder Musik. Wulff ist mit seinem Kameramann Johannes Hammel einfach dabei, hört zu, fängt erwartungsvolle, ängstliche oder hoffnungsvolle Blicke und Gespräche ein. Neben der Emotionalität, mit der sowohl Schwangerschaft als auch Geburt immer verbunden sind, lässt Wulff aber auch das Strukturelle der Klinik nicht aus den Augen - das unzählige Zettelwerk, die Aktenstöße und -stapel, wieder und wieder Termine, die durchgeplanten Wochen und den gesamten Datenaufwand, den ein noch nicht einmal geborener Mensch verursacht.

"Ich habe das geliebt, ähnlich wie das Personal der Klinik täglich in der Früh mit der Straßenbahn zur Arbeit zu fahren, meinen Dienst anzutreten und dort meine Arbeit zu tun", erzählte Wulff im Gespräch mit der APA. Die Beschränkung auf einen Schauplatz findet der Dokumentarfilmer "bereichernd, das gibt einem Sicherheit - und man kann innerhalb dieses engen Rahmens sehr frei arbeiten." Tatsächlich bewegte sich Wulff über Jahre hauptsächlich in der Geburtsklinik, führte viele Gespräche und wurde irgendwann zu einem selbstverständlichen Teil des Krankenhauses.

Es ist einfach faszinierend, was Wulff - selbst Vater zweier Töchter - mit Neugierde und geschickter Beobachtung gelungen ist. Und auch wenn der Ort austauschbar bleibt, werden viele Wiener Eltern wohl auch froh sein zu sehen, in welch guten Händen sowohl die Mütter als auch die zahlreichen Schreihälse in der Semmelweis-Klinik sind

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