Immer nie am Meer

/ , A 2007
Erzwungenes Kammerspiel in Waldheims Auto

Erzwungenes Kammerspiel in Waldheims Auto

In Antonin Svobodas "Immer nie am Meer" müssen drei Männer in einem zwischen zwei Bäumen eingeklemmten Auto miteinander ausharren und auf Rettung warten. Das Drehbuch dieser "Psycho-Groteske" stammt u.a. von Christoph Grissemann und Dirk Stermann sowie dem Hamburger Komiker Heinz Strunk, die auch die Hauptrollen übernahmen.

"Was kommt als nächstes?" fragt sich Schwanenmeister, ein erfolgloser deutscher Entertainer (Heinz Strunk), der durch die Kleinstädte Österreichs tingelt. Ziemlich sicher nichts Gutes, das erweist sich bald. Nach einem Unfall wird er vom resignierten Uni-Professor Baisch (Dirk Stermann) und dessen tablettensüchtigen Schwager Anzengruber (Christoph Grissemann) aufgelesen. Gemeinsam kommen sie ein zweites Mal von der Straße ab und landen im Wald, eingekeilt zwischen zwei Bäumen. Alle Befreiungsversuche scheitern, ist der schwarze Mercedes doch der ehemalige Dienstwagen Kurt Waldheims, die Scheiben sind aus Panzerglas, die Fensterheber und das Schiebedach kaputt.

Bleibt also nur apathisches Warten auf Hilfe, unterbrochen von verzweifelten und erfolglosen Versuchen, in der Einöde auf sich aufmerksam zu machen. Umgangsformen werden beiseite geworfen, Fassaden brechen auf, Gemeinheiten werden ausgetauscht, die Stimmung schwankt zwischen weinerlicher Melancholie, überdrehter Heiterkeit und desperater Wut. Die Unumgänglichkeit von Grundbedürfnissen (als Proviant befinden sich als Partyreste ein stinkender Heringssalat und ein paar Proseccoflaschen im Kofferraum) führt zu Reibereien, der Weg im Film ist geebnet für den einen oder anderen Fäkalschmäh.


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