Im weißen Rössl - Wehe, du singst!

Komödie, D 2013
Ottilie fühlt sich "wie im Musikantenstadl"

Ottilie fühlt sich "wie im Musikantenstadl"

Es gibt wohl kaum jemanden, der die Filmkomödie "Im weißen Rößl" (1960) mit Peter als singenden Kellner nicht kennt. Nun kommt die Neuverfilmung "Im weißen Rössl - Wehe, du singst!" von Christian Theede in die Kinos. Der Filmemacher verlegt die Handlung in die Gegenwart: Hier trifft eine rosarote Kitschwelt auf ein zynisches Zeitalter. Mit Diana Amft Edita Malovcic und Fritz Karl.

Theede macht eine frustrierte Berliner Mit-Dreißigerin zur Hauptfigur: Ottilie Giesecke (Amft) arbeitet in einem sterilen Büro und hat den Glauben an die Liebe verloren, nachdem ihr Freund sich alles andere als schonend von ihr getrennt hat - und das, obwohl sie doch auf einen Antrag gehofft hat. So verkriecht sich Ottilie zu Hause, als ihr Vater Wilhelm (Armin Rohde) plötzlich vor der Tür steht - die Urne mit der Asche ihrer Mutter in der Hand. Er will sie an einen besseren Ort bringen - und entführt die Urne sowie die gemeinsame Tochter nach Österreich, nämlich ins Salzkammergut, ins "Weiße Rössl" am Wolfgangsee.

Dort hat sich seit Peter Alexanders Zeiten nichts geändert. Die Sonne strahlt vom Himmel, der See glitzert und Oberkellner Leopold (Fritz Karl) ist noch immer unsterblich in seine Chefin, die Wirtin Josepha (Malovcic), verliebt. "Wie im Musikantenstadl" bemerkt Ottilie nicht ganz zu Unrecht. Denn gesungen wird natürlich auch die ganze Zeit: "‘Im Weißen Rössl‘ am Wolfgangsee, da steht das Glück vor der Tür", "Im Salzkammergut, da kann man gut lustig sein" und "Es muss was Wunderbares sein, von Dir geliebt zu werden."

Was für alle Anwesenden völlig selbstverständlich scheint, ist für die Ottilie mit dem gebrochenen Herzen nicht nur schwer zu verstehen, sondern vor allem schwer auszuhalten. Sie kann gar nicht anders, als die schwülstigen Liebeserklärungen Otto Siedlers (Tobias Licht) als das abzulehnen, was sie im Berlin von 2013 wären: ein schlechter Scherz. Das Problem ist nur: Siedler meint es ernst.

Theedes Film ist temporeich, witzig und schräg inszeniert, auch wenn er das ein oder andere mal ein klein wenig über das Ziel hinausschießt. Fast merkt der Zuschauer bei all der Ironie gar nicht, dass die Moral von der Geschicht' auch keine andere ist als die von Peter Alexander im Jahr 1960: "Glücklich und zufrieden sein kann man nur mit Lieb allein."

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