Im Namen des...

Drama/Thriller, PL 2013
Pater Adam wurde in die Provinz strafversetzt

Pater Adam wurde in die Provinz strafversetzt

Er wirkt wie ein Asket - und ist doch ein Mensch mit normalen Sehnsüchten. Malgorzata Szumowskas Drama "Im Namen des..." dreht sich um das Leben eines homosexuellen Paters in der polnischen Provinz. Nur langsam wird deutlich, dass innere Konflikte den jungen Priester zermürben.

Pater Adam (Andrzej Chyra) wurde in die Provinz strafversetzt, aber er scheint dort in seiner neuen Aufgabe aufzugehen. Engagiert arbeitet er mit Buben aus schwierigen Verhältnissen. Seine pubertierenden Schützlinge respektieren ihn. Adam ist diszipliniert, achtet auf Tischmanieren, und Alkohol trinkt er nur in Maßen. "Ich muss sauber bleiben", sagt er.

Dem Zuschauer schwant beim Drama "Im Namen des..." nur langsam, welche inneren Konflikte Adam austrägt. Immer wieder sieht man den scheinbar asketischen Pater, wie er bis zur Verausgabung durch Wälder rennt. "Laufen ist wie ein Gebet", sagt er, doch man beginnt zu ahnen, dass er auch vor sich selbst wegläuft. Und dann betrinkt sich Adam plötzlich. Er dreht die Musik auf, nimmt ein Papstporträt von der Wand und tanzt mit dem Bild in den Armen durch seine Wohnung. Seine unterdrückten Sehnsüchte übermannen ihn.

Was das Zölibatsgelübde Priestern abverlangt, wird bereits klar, als Ewa, eine Frau aus dem Dorf, Adam schöne Augen macht und den jungen Pater verführen will. "Ich bin schon vergeben", sagt Adam. Doch nicht nur der Zölibat hindert ihn. Seine Gefühle geraten durcheinander, als er Lukasz näherkommt. Der Pater fühlt sich von dem schweigsamen, jungen Mann aus dem Dorf angezogen.

Ein Pater und seine Schutzbefohlenen - da denkt man unweigerlich an den Missbrauchsskandal in der katholischen Kirche, an "schockierende, heftige Geschichten", wie es die polnische Regisseurin Malgorzata Szumowska ausdrückt. Darum geht es in ihrem Drama jedoch nicht. Sie selbst sagt über ihren Film: "Mich interessierte die Liebe, die Sehnsucht nach einer Liebe, die als Sünde gilt." Sie habe nicht über die Figuren im Film urteilen wollen. Das Drama wurde bei der Berlinale 2013 mit dem Filmpreis Teddy Award prämiert.

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