Im Himmel trägt man hohe Schuhe

Drama, GB 2015

Drew Barrymore und Toni Collette als amüsantes Freundinnenpaar

Wie soll man einen Film über Krebs machen, ohne in tiefster Trauer zu versinken? Am besten ohne Berührungsängste und mit viel Humor, gerne tiefschwarz, so wie die Tragikomödie "Im Himmel trägt man hohe Schuhe". Der Film ist witzig, tröstlich und hochemotional, vor allem dank der Hauptdarstellerinnen Drew Barrymore und Toni Collette.

"Twilight"-Regisseurin Catherine Hardwicke hat das Werk nach dem Drehbuch der britischen Komödiantin Morwenna Banks gedreht: Collette ("A Long Way Down") spielt die hübsche Milly. Sie hat ihre wildesten Zeiten hinter sich und lebt mit ihrem Mann Kit (Dominic Cooper) und ihren Kindern als glückliche Familie. Ihre beste Freundin Jess (Barrymore) kann davon nur träumen. Sie hat mit Jago (Paddy Considine) Sex nach Plan, um endlich schwanger zu werden. Eines Tages dann der Schock: Milly hat Brustkrebs, von der bösartigen Sorte.

Fortan dreht sich alles nur noch um die Krankheit, auch wenn Milly und Jess versuchen, dem Schicksal mit Galgenhumor zu trotzen. Sie flirten mit dem netten, jungen Pfleger, der Milly während der Chemotherapie betreut. Und sie amüsieren sich bei der Suche nach der perfekten Perücke über die Frage: burmesisches oder mongolisches Jungfrauenhaar?

Eigentlich waren für die Rolle der bodenständigen Jess erst Jennifer Aniston, später Rachel Weisz vorgesehen. Dann wurde es am Ende doch Barrymore. Eine Notlösung ist sie aber keineswegs. Collette und sie sind ein amüsantes Freundinnenpaar, verbunden durch Herzlichkeit und trockenen Humor, gepaart mit einigem Eigensinn.

Doch bei aller Fröhlichkeit wird immer wieder klar, dass sich Krebs eben doch nicht einfach weglachen lässt, etwa als Milly ihre Haare abrasieren lässt, weil die kahlen Stellen auf dem Kopf "wie ein Leopard" aussehen. "Wie ein echt hässlicher Leopard", bemerkt die Perückenmacherin lakonisch. Milly leidet: "Männer haben eine Glatze, Babys, E.T., aber nicht ich."

"Erst läuft alles rund und man freut sich auf all das, was das Leben noch für einen bereit hält", beschreibt Regisseurin Hardwicke die Ausgangssituation des Films. "Bis auf einmal eine Krise an die Tür klopft." Dann die bange Frage: "Schafft man es, all dem mit einer gehörigen Portion Mut und Humor entgegenzutreten oder reißt es einem den Boden unter den Füßen weg?"

Und so bringt die Geschichte auch die vielen Konflikte zur Sprache, die eine schwere Krankheit mit sich bringt. Milly fühlt sich ihrer kompletten Weiblichkeit beraubt, zumal ihr Mann Kit nicht weiß, wie er damit umgehen soll, dass seine Frau ihre Brüste verloren hat. Die Kinder schwanken zwischen Unverständnis und Angst vor dem Tod. Und Jess kümmert sich so hingebungsvoll um ihre Freundin, dass sie ihre eigenen Bedürfnisse vernachlässigt - ebenso wie ihren Freund Jago, der seine Eifersucht kaum mehr zügeln kann. Alles dreht sich nur um Milly, so wie immer eigentlich. Jess wird das eines Tages zu viel und ihre allerbeste Freundschaft steht vor dem Aus, mitten in einer Zeit, in der die beste Freundin so wichtig wäre wie noch nie.

Kinotipps
Grüner wird's nicht, sagte der Gärtner und flog davon

Grüner wird’s nicht, sagte der Gärtner und flog davon

Elmar Wepper begibt sich in Florian Gallenbergers schrulliger Komödie auf eine Reise zum Nordkap

Kinotipps
Blackkklansman

BlacKkKlansman

Wahre Geschichte: Afroamerikanischer Polizist infiltriert in den 70ern den Ku Klux Klan

Kinotipps
Crazy Rich

Crazy Rich

Romantische Komödie nach dem Roman ‚Crazy Rich Asians‘ von Kevin Kwan

Kinotipps
Teen Titans Go! To the Movies

Teen Titans Go! To the Movies

Die augenzwinkernde Variante des Superhelden-Genres inklusive Musicalnummern

Kinotipps
Grenzenlos - Submergence

Grenzenlos – Submergence

James McAvoy wird von Dschihadisten gefangen genommen, während seine Freundin Alicia Vikander in der Arktis arbeitet

Kinotipps
So Was Von Da

So Was Von Da

‚Love Steaks‘-Regisseur Jakob Lass lädt zur wildesten Film-Fete Hamburgs ein!