Im Anfang war der Blick

/ , A/L 2002
Bodo Hell durchquert die Postkarten-Animation

Bodo Hell durchquert die Postkarten-Animation

Die Luxemburgerin Bady Minck lebt seit ihrem Studium in Österreich. Eine diffizile Auseinandersetzung mit den Österreich-Klischees und dem faszinierenden Auseinanderklaffen von Text und Bild ist Gegenstand von "Im Anfang war der Blick", der in die renommierte "Quinzaine des Realisateurs" in Cannes eingeladen wurde.

"So habe ich Österreich kennen gelernt", erzählt Minck im APA-Interview: "Durch Postkarten, auf denen immer der blaue Himmel zu sehen ist, und alles ist super-sauber. Auf der Rückseite ist im Text dann aber nur von Skiunfällen und anderen grauenhaften Dingen die Rede." Sechs Jahre Arbeit und 1.800 Ansichtskarten stecken in diesem Streifen, in dem der Autor Bodo Hell in rasender Geschwindigkeit eine animierte Postkartenwelt durchquert.

"Eigentlich ist es ja ein 90-Minuten-Film, auf 45 Minuten verdichtet. Ich arbeite sehr langsam, um große Schnelligkeit zu erreichen. Ökonomisch ist das natürlich höchst ungeschickt!", so die Filmemacherin über die österreichisch-luxemburgische Koproduktion. Im Herbst wurde "Im Anfang war der Blick" bereits bei der "Viennale" gezeigt. Seither hat die Regisseurin ihren Film weiter perfektioniert.

Vor allem werde die Art diskutiert, wie sie die Konkurrenz von Wort und Bild behandle, so Minck. "Friederike Mayröcker flüstert, Ernst Jandl donnert. Dagegen stehen überall Texte an den Wänden oder an den Möbeln. Das heißt, für die Texte sind hier die Augen, nicht die Ohren zuständig." Dass ihr Film auch im Ausland funktioniert, hat sich bei Vorführungen in Paris und den USA gezeigt: "Er wird als radikales, innovatives Werk beschrieben. Und auch der Kurator des Museum of Modern Art war sehr beeindruckt."

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