Ich reise allein

Drama, N 2011
Happy Family?

Happy Family?

Proust, Philosophie und Partys - Jarle genießt sein Leben. Dann kommt ein Brief. Der Student erfährt, dass er der Vater der kleinen Lotte ist. "Ich reise allein" ist ein unterhaltsamer Film aus Norwegen mit nachdenklichen Anklängen.

Der Literaturstudent Jarle Klepp liebt sein lockeres Leben in der norwegischen Stadt Bergen. Philosophische Seminare an der Uni, hochgeistige Aufsätze zu Marcel Proust und durchfeierte Partynächte - so könnte es für den rothaarigen jungen Mann und seine Freunde noch viele Semester weitergehen. Doch dann kommt ein Brief: Jarle erfährt, dass er vor einigen Jahren in einem One-Night-Stand eine Tochter gezeugt hat. Die Mutter von Charlotte Isabel schickt die Kleine zum Vater, Jarle soll sich für ein paar Tage um das Mädchen kümmern. Der fällt aus allen Wolken und hat überhaupt keine Lust, den Papa zu spielen. Die charmant-heitere Komödie "Ich reise allein" nimmt ihren Lauf - ein Film aus Norwegen voller Lebensfreude und einer Prise Nachdenklichkeit.

Der Zuschauer ist schnell mittendrin: Jarle auf einer Feier, später findet ihn ein Freund, wie er nackt im Bett neben einem schlafenden Mädchen liegt. Ist etwas passiert? Jarle kann sich nicht erinnern, er hebt den Rock der jungen Frau hoch, weiß nicht, was er machen soll und haut ab. Dann Gegenschnitt: Eine schreibende Frauenhand, ein Brief fällt in Zeitlupe in Jarles Postkasten - dazu schwungvolle Musik. Überhaupt inszeniert Regisseur Stian Kristiansen lässig und locker. Das erinnert an sein mehrfach ausgezeichnetes Spielfilmdebüt "Der Mann, der Yngve liebte" - ein ebenfalls mit leichter Hand serviertes Coming-out unter Schülern im Kleinstadtmilieu. Auch hier heißt die Hauptfigur Jarle Klepp, ebenfalls gespielt von Rolf Kristian Larsen.

Witzig sind die scheinbar naiven Fragen der kleinen Tochter: Was ist eine Uni, ist Marcel Proust dein Freund und bist du immer so krank, als Jarle frustriert und betrunken nach Hause kommt. Erst ist er plötzlich Vater und nun verlässt ihn auch noch seine Freundin Herdis - der Student ist mit den Nerven ziemlich am Ende. Lotte, anrührend gespielt von Amina Eleonora Bergrem, ist ebenfalls wenig begeistert von ihrem widerwilligen Vater, der sich nicht vorstellen kann, sein sorgloses und freies Leben aufzugeben und Welten treffen aufeinander.

Kinotipps
Birds of Passage

Birds of Passage

In epischen Bildern werden die Mythen der Wayuu mit den harten Realitäten des Drogenhandels verwoben: Neues, beeindruckendes ...

Kinotipps
Weil du nur einmal lebst - Die Toten Hosen auf Tour

Weil du nur einmal lebst – Die Toten Hosen auf Tour

Musikdoku blickt hinter die Kulissen einer Konzert-Tour der Toten Hosen

Kinotipps
Generation Wealth

Generation Wealth

Macht Reichtum glücklich? Regisseurin Lauren Greenfield porträtiert in ihrer Dokumentation Menschen, die vermeintlich alles haben!

Kinotipps
Frau Mutter Tier

Frau Mutter Tier

Gezeigt werden drei Mütter, die ihren täglichen Alltagswahnsinn meistern

Kinotipps
Die Kinder der Toten

Die Kinder der Toten

Wie geht eine Gesellschaft damit um, tausende Menschen getötet zu haben? Nach dem gleichnamigen Roman von Nobelpreisträgerin ...

Kinotipps
Willkommen in Marwen

Willkommen in Marwen

Oscar-Preisträger Robert Zemeckis bringt die wahre Geschichte eines Mannes in die Kinos, der sich mit der Kraft der Fantasie ...