Ich, Daniel Blake: Im Räderwerk des Sozialstaates

Drama, GB/F/B 2016

Daniel Blake trotzt den Behörden

Seit 50 Jahren macht der britische Regisseur Ken Loach Filme, in denen er die Ungerechtigkeit gegenüber den sprichwörtlichen kleinen Leuten in seiner Heimat anprangert. Rund einen Monat vor seinem 80. Geburtstag Mitte Juni wurde ihm heuer für Ich, Daniel Blake -wie zuvor 2006 für The Wind That Shakes the Barley - die Goldene Palme der Filmfestspiele von Cannes überreicht.

Im Mittelpunkt des bitteren Sozialdramas steht der knapp 60-jährige Tischler Daniel Blake (Dave Jones) aus Newcastle in Nordengland, der einen Herzinfarkt erleidet und dadurch in die Mühlen des Sozialsystems gerät. Während ihm sein Arzt verbietet zu arbeiten, teilt die Wohlfahrtsbehörde dem Witwer -der sein Leben lang brav gewerkt und Steuern bezahlt hat -brieflich mit, dass er die Anforderungen zum Bezug der Sozialhilfe leider nicht erfülle. Er könne dagegen natürlich Einspruch erheben und sich vorerst arbeitslos melden. Bald gerät er immer tiefer in einen kafkaesk anmutenden Teufelskreis aus Behördenwillkür und bürokratischen Schikanen. Im Sozialamt lernt Daniel die verarmte Katie (Hayley Squires) und ihre Kinder Daisy und Dylan kennen, denen es auch alles andere als rosig geht. Gemeinsam versucht man, dem Schicksal zu trotzen...

Loach zeigt ungeschönt, dicht und authentisch die Tragödie eines einfachen Mannes, der ohne eigenes Verschulden ganz unten landet. Ein schmerzlicher Film.

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