Ich bin dann mal weg

Komödie, D 2015

Devid Striesow als Hape Kerkeling auf dem Jakobsweg

Julia von Heinz' Film beruht auf dem gleichnamigen Bestseller von Hape Kerkeling und ist top besetzt mit Devid Striesow, Martina Gedeck und Annette Frier. 

In Kerkelings Buch "Ich bin dann mal weg" schildert der Komiker aus dem Ruhrgebiet nach Hörsturz und Gallenblase-Entfernung seine Auftritts-Auszeit und Pilgerreise in Spanien: Er wanderte im Jahr 2001 fast 800 Kilometer, schummelte hier und da ein bisschen mit Bus oder Taxi, nächtigte lieber in Hotels statt Massenherbergen, beobachtete die anderen Pilger, hatte eine Begegnung mit Gott, wie er es andeutete, freundete sich mit zwei Frauen an und gelangte schließlich beseelt nach Santiago de Compostela. Kerkeling redet aus dem Off und verbreitet seine "Erkenntnisse des Tages". Auch wird die Geschichte von Mitpilgerin Stelle (Martina Gedeck) erzählt.

Das Drehbuch zu "Ich bin dann mal weg" war eine Gemeinschaftsarbeit von Jane Ainscough ("Alles ist Liebe), Sandra Nettelbeck ("Bella Martha") und Christoph Silber (Mitautor vom viel gesehenen Münster-"Tatort" "Schwanensee").

Hauptdarsteller Devid Striesow schlägt sich wacker und man nimmt ihm den Kerkeling ab - ob am Anfang verfettet beim Zusammenbruch oder später weinend beim Wandern. Auch Katharina Thalbach ist als Hapes "Omma" in den Rückblenden herzerwärmend. Über Striesow sagte Kerkeling kürzlich im "Spiegel"-Interview: "Ich bin ein wenig angerührt von der Art und Weise, wie er mich darstellt. Dass er mich so sieht, macht es mir möglich, mich meiner Person noch einmal ganz anders anzunähern. Durch diesen Verfremdungseffekt bin ich mir selbst näher. Ich hätte nicht gedacht, dass das möglich ist."

Der Comedian selbst habe die Hauptrolle im Film nie übernehmen wollen, betonte der Ex-Entertainer und Autor. "Die Vorstellung, mich selbst zu spielen, hat etwas extrem Narzisstisches." Er sei jetzt 51 und solle sich glaubhaft als 36-Jährigen auf Sinnsuche mimen? "Das ist eine Kunst, die ich nicht beherrsche. Deshalb habe ich abgelehnt." Nicht abgelehnt hat er jedoch, dass die Ufa auch seine Autobiografie "Der Junge muss an die frische Luft" von 2014 verfilmt. Darin kommt unter anderem der Suizid seiner Mutter vor. Eine heikle Sache. Doch Hape meint: "Ich glaube, dass es ein sehr guter Film werden kann."

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