I'm Not There

Drama/Musikfilm, USA/D 2007
Cate Blanchett als androgyner Exzentriker Dylan

Cate Blanchett als androgyner Exzentriker Dylan

Ein Film wie ein Labyrinth, in dessen Gängen der Zuseher sich lustvoll verlaufen kann. Der US-Regisseur Todd Haynes widmet sich dem Mythos Bob Dylan mit einem Kaleidoskop, dessen Handlung man unmöglich nacherzählen kann. "Gestern, Heute, und Morgen in ein und demselben Raum - da gibt es kaum etwas, das man sich nicht vorstellen könnte", sagte Dylan einmal. Und Haynes nahm ihn beim Wort.

Sechs Schauspieler stehen in "I'm Not There" für verschiedene Facetten und Lebensalter: Marcus Carl Franklin, Christian Bale, Ben Whishaw, der im Januar 2008 verstorbene Heath Ledger, Cate Blanchett und Richard Gere. Ein Erzählstrang geht zurück zu den Wurzeln Dylans, die in der Bürgerrechtsbewegung liegen.

Der junge Marcus Carl Franklin verkörpert den erst 11-jährigen Vagabunden und Bluesmusiker Woody, der mit seiner Gitarre umherzieht, wie der legendäre Woody Guthrie in Güterwaggons durchs Land fährt. Ein heimatloses, altkluges Kind, das schon die ganze Welt gesehen hat. Hier liegt der Kern der Revolte Dylans, Kämpfer an der Seite der Entrechteten und Ausgestoßenen.

Ein Porträt des Künstlers als junger Bohemien entwirft Ben Whishaw ("Das Parfum") als Dichter Arthur Rimbaud, von dem die Aussage stammt: "Ich, das ist ein anderer". Christian Bale gibt den zerzausten Protestsänger, der Anfang der 60er Jahre zum Sprachrohr einer ganzen Generation wurde.

Alle Episoden, die immer wieder überblendet werden, wurzeln in den Sixties, dem Jahrzehnt des Aufbruchs. Der großartige Heath Ledger ist noch einmal zu sehen, als Ehemann und Familienvater, der sich in Greenwich Village in die betörend schöne Malerin Claire (Charlotte Gainsbourg) verliebt. Aber die Ehe geht Anfang der Siebziger zu Bruch, da ist Amerika durch den Vietnamkrieg tief gespalten, die Illusionen sind verflogen.

Spektakulär sind die von Martin Scorseses Dokumentation "No Direction: Home" (2005) inspirierten Episoden mit der oscarnominierten Cate Blanchett (die leider leer ausging), die den androgynen Exzentriker Dylan spielt, der auf seiner Englandtour 1965 die treuen Folkfans mit seiner E-Gitarre verschreckte.

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