Hyde Park am Hudson

Komödie/Drama, GB 2012
Komödie mit Witz und Charme

Komödie mit Witz und Charme

King George VI., der Vater von Königin Elizabeth II., mausert sich mehr als sechzig Jahre nach seinem Tod zum Filmstar. Nach Auftritten in "The King's Speech" und in "W. E." hat die Monarchen-Figur jetzt in der Komödie "Hyde Park am Hudson" eine tragende Rolle.

Wenn ein gekröntes Paar auf etwas normalere Mitmenschen trifft, kann's schwer für den Adel werden. Wie schwer, erzählt Regisseur Roger Michell augenzwinkernd in seiner nostalgischen, auf Tatsachen beruhenden Konversationskomödie "Hyde Park am Hudson". Da reist der britische König im Juni 1939 mit seiner Ehefrau über den Großen Teich, um den US-amerikanischen Präsidenten zu treffen. Den trifft er auch - samt Gattin und Geliebter dazu. Herr und Frau König müssen mehr als einmal kräftig schlucken, um halbwegs die Fassung zu bewahren.

Der aus Südafrika stammende Regisseur Roger Michell, berühmt seit seinem Welterfolg "Notting Hill", hat den vor allem von Dialogwitz und Situationskomik lebenden Film ganz auf die Schauspieler zugeschnitten. Samuel West und Olivia Colman als König und Königin von England, Bill Murray in der Rolle des US-amerikanischen Präsidenten Franklin D. Roosevelt sowie Olivia Williams als dessen Frau Eleanor und Laura Linney als seine Daisy genannte Geliebte Margaret Suckley entfachen launig ein Feuerwerk der Gags.

Hollywood-Erzkomödiant Bill Murray überrascht mit einer überaus zurückhaltenden Interpretation des an den Rollstuhl gefesselten ersten Mannes im Weißen Haus. Nach Colin Firth in "The King's Speech" und Laurence Fox in "W.E." agiert nun der englische TV-Star Samuel West als König "Bertie". Mit typisch britischer Zurückhaltung charakterisiert er ihn als einen Mann, der in der Rolle des Monarchen gefangen ist und der dieser nicht einmal in den privaten Momenten entkommt.

Die Geschichte wurde von Briefen und Tagebuchnotizen inspiriert, die sich im Nachlass der wirklichen Margaret Suckley fanden. Die Cousine und wohl wirklich sehr nahe Vertraute Roosevelts, die 1991 wenige Monate vor ihrem 100. Geburtstag starb, wurde so zum Vorbild für die Filmfigur der Daisy. Überwiegend wird das Geschehen aus ihrem Blickwinkel erzählt. Laura Linney gibt der Frau im Schatten der Macht mit selbstverständlich anmutender Ironie eine schöne Würde.

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