Huhn mit Pflaumen

Drama, F/D/B 2011

In TV und Kino finden: Mathieu Amalric, Golshifteh Farahani, Edouard Baer, Vincent Paronnaud, Marjane Satrapi

Nasser verzaubert mit seiner Geige

Nasser verzaubert mit seiner Geige

In "Persepolis" schilderte die in Frankreich lebende Comiczeichnerin Marjane Satrapi ihre Kindheit im Iran. Und sie hat damit den Lesern die Geschichte ihres Landes näher gebracht als es die Fernsehnachrichten vermochten. Auch ihre kunstvolle "Persepolis"-Verfilmung von 2007 gewann zahlreiche Preise. Nun kommt Satrapis neuer Film "Huhn mit Pflaumen" in die Kinos.

Es geht um die Geschichte von Nasser-Ali Khan, einem berühmten Musiker, der sich unglücklich verliebt. Die Hauptrolle - angelehnt an Satrapis Großonkel - spielt der Franzose Mathieu Amalric ("Schmetterling und Taucherglocke"; "Ein Quantum Trost"), dessen große braune Augen den Zuschauer durch das orientalische Märchen begleiten.

Nasser-Ali ist Geiger. Seine zänkische Frau Faringuisse (Maria de Medeiros) zerstört sein Instrument in einem Ehestreit, woraufhin er auf dem Land eine angebliche Stradivari kauft, die aber nicht so klingt wie seine alte Violine. Er beschließt zu sterben. Sein Leben und die Geschichte seiner Familie ziehen in Episoden an ihm vorbei: von der Mutter, die so stark rauchte, dass sich über ihrem Grab eine Wolke bildete, bis zum Sohn, der nach Amerika ging - das setzt der Film als schrille Sitcom-Parodie um. "Huhn mit Pflaumen" ist ein Gericht, das Nasser-Ali von seiner Ehefrau serviert bekommt. Über seine verlorene Liebe kann ihn das jedoch nicht hinwegtrösten. Denn die Frau seines Herzens heißt "Irane", verkörpert von Golshifteh Farahani ("Alles über Elly"). Der Name der Figur sei kein Zufall, erklärt Satrapi in den Produktionsnotizen. "Es ist der Traum von einem längst vergangenen Iran, von einer Demokratie, die es hätte geben können."

Regisseurin Satrapi schöpft mit ihrem französischen Regie- und Drehbuchkollegen Vincent Paronnaud erneut aus dem Anekdotenfundus ihrer Familie. Der Stil, der nostalgisch-melancholische Ton und die Verspieltheit erinnern an die "Die fabelhafte Welt der Amélie". Der Film zeigt auch, wie europäisch geprägt das Leben im Iran der 1950er Jahre war, das Regime von heute wirkt weit weg.

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