Hüter der Erinnerung - The Giver

Drama/Science Fiction, USA 2014
Jonas erfährt vom Hüter viel Neues

Jonas erfährt vom Hüter viel Neues

Gleichheit: Ein Konzept, das US-Autorin Lois Lowry 1993 in ihrem dystopischen Jugendroman "Hüter der Erinnerung" (Original: "The Giver") umsetzte - und das auch auf Hollywoods nicht enden wollende Reihe an Jugendroman-Verfilmungen zutrifft, die nun um eine Adaption länger wird. Das Science-Fiction-Drama ist ein Herzensprojekt von und mit Jeff Bridges.

Es ist eine schwarz-weiße, in festen Bahnen verlaufende Welt, in der Jonas (Brenton Thwaites) aufwächst; frei von Schmerz, Kriegen und Verlust, aber auch von Liebe und Schönheit. Mit 16 Jahren soll er mit Altersgenossen bei einer traditionellen Zeremonie vom Ältestenrat seine Aufgabe in der Gemeinschaft erhalten - und wird dort zum Nachfolger des Hüters der Erinnerung ernannt, jenem Menschen, der als einziger die Erfahrungen vergangener Generationen in sich trägt und diese mit dem Ältestenrat auf Wunsch zwecks Entscheidungsfindung teilt. In einem Haus am Rande des "Abgrunds", der die heile Welt abschließt, beginnt Jonas seine Ausbildung beim Hüter (Jeff Bridges), der ihm fortan sämtliche Erinnerungen der alten Welt überträgt - und ihn durch die Erfahrung von Musik, Tanz, Farben, Zuneigung und Solidarität an dem so kontrollierten System zweifeln lässt.

Einiges von "Schöne neue Welt", "Flucht ins 23. Jahrhundert" und anderen Science-Fiction-Utopien hat der Bestseller Lowrys, der sich weltweit zehn Millionen Mal verkauft hat und laut Produktionsnotizen in den USA als Buch für die Mittelstufe empfohlen wird. "Hüter der Erinnerung" zeigt eine beunruhigende Gemeinschaftsidee auf, in der ein oppressiver Ältestenrat Individualität, Farben, Klassen, Familien und Berührung zur Vermeidung von Konflikten und Neid abgeschafft hat, seine Bürger für das scheinbare Wohl der Gemeinschaft täglich unter Drogen setzt und auch nicht vor willkürlicher "Freilassung", also Tötung, zurückschreckt.

Jeff Bridges, der das Projekt nach 20 Jahren Anstrengung als Co-Produzent realisierte und die Rolle des Hüters ursprünglich für seinen Vater vorgesehen hatte, ist das Highlight dieses eher faden Dramas. In seinem eingefallen Gesicht, der gebückten Haltung und dem philosophischen Nuscheln ist ihm die emotionale Last und Bürde, die die Menschheitsgeschichte mit sich bringt, förmlich anzusehen.

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