Hubert von Goisern - Brenna tuat's schon lang

Dokumentation/Musikfilm, A/D 2015
Eine Annäherung an Hubert von Goisern

Eine Annäherung an Hubert von Goisern

Hubert von Goisern zählt zu den leuchtendsten Fixsternen am heimischen Pophimmel. Einer Würdigung seines reichhaltigen, weit verästelten Künstlerlebens in Form einer Dokumentation hat sich der bayerische Regisseur Marcus H. Rosenmüller angenommen. Entstanden ist "Brenna tuat's schon lang", ein umfassendes, atmosphärisches Porträt eines Einzelkämpfers.

Aufgewachsen im Kurort Bad Goisern mit der ewig gültigen, an die Kinder adressierten Auflage, stets still zu sein, damit sich die Gäste regenerieren können, bekommt er als Zwölfjähriger einen Musiklehrer zugeteilt, dessen Musikalität, die er in "menschen- und lebensfreundlicher Art verströmte", den Grundstein für Von Goiserns Künstlerwerdung legte. "Nie hat er mir faulen Hund Stress gemacht. Er hat mir vermittelt, dass Musik etwas Lässiges ist." Dennoch war der Verbleib des damals langhaarigen Querulanten in einer von damals sieben ortsansässigen Musikkapellen nur von kurzer Dauer. Es folgte der unvermeidliche Rauswurf und das vergebliche Warten auf eine Entschuldigung des Kapellmeisters, der seinerseits mit einem Klein-Beigeben seines Schützlings rechnete.

Hubert von Goisern spielte zu Beginn seiner steil aufwärts verlaufenden Karriere auch in den USA, begeisterte dort Labelverantwortliche, die seine Musik als "Alpine Grunge" beschrieben, traf auf Jane Goodall und tibetische Musiker, gab Konzerte in Ägypten und im Senegal, widmete sich den Ursubstanzen echter Volkslieder ("Trad") und holte sich davon "einen Grausen", durchpflügte als Menschenfischer per Schiff die Donau flussab- und aufwärts ("mein künstlerischer Achttausender"), versuchte sich als Schauspieler ("Hölleisengretl"), bespielte Wirtshäuser und schaffte es erst 2011 mit "Brenna tuat's guat" auf Platz eins der Singlecharts.

Rosenmüller, Garant für Qualitätsheimatfilme aus Bayern ("Wer früher stirbt, ist länger tot"), hat ausgiebig in den Archiven gewühlt: Nie gesehene Fotografien von Hubert Achleitner, wie er bürgerlich heißt, ein Auftritt im deutschen TV-Show-Flop "Nase vorn", Live-Aufnahmen aus dem Roten Engel im Wiener Bermudadreieck lange vor der späteren Begleitband Alpinkatzen und eine aus Scham erstmals erst jetzt erzählte Anekdote über einen gebuchten, aber nie stattgefundenen Gig im legendären Wiener Konzertlokal Tunnel.

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