Howl

Drama, USA 2010

In TV und Kino finden: James Franco, David Strathairn, Jon Hamm, Jeffrey Friedman, Rob Epstein

James Franco als Poet

James Franco als Poet

Es wurde zum Aufreger für die US-Prüderie der 1950er Jahre, zum Meilenstein in der publizistischen Rechtsprechung und zur Hymne der Beat Generation: "Howl", dem ersten und wichtigsten Gedicht von Allen Ginsberg, haben die US-Filmemacher Rob Epstein und Jeffrey Friedman nun ein filmisches Denkmal gesetzt.

Zwischen Fake-Doku, Animationskunst und Gerichtsdrama versammelt "Howl" Tastversuche an einem poetischem Dokument und überzeugt vor allem durch James Franco in der Rolle des jungen Dichters. Am Freitag (18. März) läuft der Literaturfilm in den heimischen Kinos an. "Howl" erschien 1955, im selben Jahr wie Jack Kerouacs "On the Road". Ein leidenschaftliches Luftmachen der Geschlagenen ("Beat"), die zwischen Substanzmissbrauch, Schocktherapie, Sex und Suizid verzweifelt auf der Suche nach einem authentischen Ausdruck in der gefühlten Sinnleere des Nachkriegsamerikas sind. Ihr Geheul ("Howl") machte Ginsberg zu seiner literarischen Stimme: "I saw the best minds of my generation destroyed by / madness, starving hysterical naked, / dragging themselves through the negro streets at dawn / looking for an angry fix, / angelheaded hipsters burning for the ancient heavenly / connection to the starry dynamo in the machinery of night (...)."

So schreiben, wie man ist, lautet Ginsbergs Credo, mit dem er sich von Vorbildern befreit, seine Angst vor Andersartigkeit abstreift - und es direkt vor Gericht schafft. Vorwurf: Obszönität. Für die unverblümten Beschreibungen von schwulem Sex musste sich sein Verleger vor einem Richter verantworten. Im Film wird der Prozess samt teils völlig abstrusen Expertenaussagen und der überraschend vehementen Entscheidung des Richters mit ziemlich gewöhnlichen Mitteln amerikanischen Gerichtsfabulierens dargestellt.

Sonst ist wenig Gewöhnliches an "Howl". Eine Doku scheint dieser in 14 Tagen gedrehte Film sein zu wollen und rekonstruiert ein Interview mit Ginsberg aus dem Jahr 1957, schneidet schwarz-weiße Reminiszenen zwischen die Schauplätze, vermischt sie mit seinem ersten Vortrag des Gedichts in einem winzigen Cafe und driftet dann immer wieder völlig unvermutet in Animationskino ab.

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