House At The End Of The Street

Horror/Thriller, USA/CDN 2012
Rebellische Jugendliche mit Helfersyndrome und Schusskraft

Rebellische Jugendliche mit Helfersyndrome und Schusskraft

Kinder und Jugendliche, die sich gegenseitig umbringen - das ist doch eigentlich schon Horror genug. Doch Jennifer Lawrence steigt nach ihrem Erfolg mit dem Jugendfilm "Die Tribute von Panem - The Hunger Games" jetzt richtig ein ins Thriller-Geschäft. Ihr neuer Film "House At The End Of The Street" ist ein klassischer Film rund um ein Gruselhaus geworden.

Lawrence spielt darin im Grunde noch einmal die Rolle, die sie als Katniss Everdeen im ersten "Panem"-Film berühmt gemacht hat: eine ernsthafte, etwas rebellische Jugendliche mit Helfersyndrom. Als solche trägt sie diesmal den Namen Elissa und zieht mit ihrer Mutter Sarah (Elisabeth Shue) von Chicago in eine Kleinstadt. Sarah ist frisch geschieden und hat sich vorgenommen, das Verhältnis zu ihrer Tochter zu verbessern. Die Miete für ihr neues Haus können Mutter und Tochter sich nur aus einem einzigen Grund leisten: Im Nachbarhaus hat es vor Jahren einen ganz besonders grausigen Mord gegeben. Ein Mädchen hat dort seine Eltern getötet, seitdem gilt es als verschollen. Die Dorfbewohner erzählen sich aber Gruselgeschichten, nach denen die junge Frau, die sie inzwischen ist, noch immer in den Wäldern des Örtchens herumgeistern soll.

Auch wenn Mutter und Tochter die Geschichten als Hirngespinste abtun, beginnen sie, sich immer unwohler zu fühlen in ihrem neuen Zuhause. Als dann mitten in der Nacht das Licht angeht im Nachbarhaus, breitet sich langsam Panik aus. Doch die Dorfbewohner beruhigen: Ryan (Max Thieriot), Vollwaise und Bruder der Mörderin, lebt noch in seinem Elternhaus. Vom Dorf wie ein Aussätziger gemieden weckt der junge Mann das Interesse von Elissa, die sich in ihn verliebt.

Viel mehr vom Inhalt sei hier nicht verraten. Nur soviel: In diesem Film ist nichts wie es auf den ersten Blick scheint, eine dramatische Wendung folgt auf die andere - und zum Schluss ist es gar nicht so leicht, den Überblick zu behalten. Der Film spielt mit Vorurteilen und Sehgewohnheiten des Kinogängers - und schießt dabei das ein oder andere mal übers Ziel hinaus. Viele gute Ideen verpuffen, weil Schockmomente so wahllos aneinandergereiht werden, dass schnell ein gewisser Gewöhnungseffekt eintritt. Die Drehungen und Wendungen vollzieht der Film so schnell, dass Erklärungen etwas auf der Strecke zu bleiben drohen. Die an Filme wie "The Ring" oder auch "Blair Witch Project" erinnernde Ästhetik bewirkt das ungute Gefühl, das alles schon mal irgendwo besser gesehen zu haben.

An den Schauspielern liegt das nicht. Vor allem Lawrence und Thieriot machen ihre Sache sehr anständig. Schön ist auch das Wiedersehen mit Elisabeth Shue, um die es in den vergangenen Jahren nach ihrem großen Erfolg als Prostituierte in dem Film "Leaving Las Vegas" an der Seite von Nicolas Cage, eher ruhig geworden war.

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