Hotel Ruanda

Drama/Kriegsfilm, CDN/GB/I/ZA 2004
Niemand will Paul helfen

Niemand will Paul helfen

Das Bild einer "von Leichen gepflasterten Straße" wird oft gezeichnet. Was das heißt, zeigt "Hotel Ruanda" in einer gerade wegen ihrer Schlichtheit überaus schockierenden Szene.

Selten wird das Grauen im Kino derart eindringlich greifbar wie hier. Insbesondere filmische Schlaglichter wie dieses auf den Völkermord der Hutu an der ethnischen Minderheit der Tutsi vor elf Jahren in Ruanda machen die emotionale Kraft des Spielfilms von Autor und Regisseur Terry George aus.

Die auf Tatsachen beruhende Story schildert das Leben von Paul Rusesabagina (Don Cheadle). Er arbeitet als Manager eines Hotels in Kigali. Die Ehe des Hutu mit der Tutsi Tatiana (Sophie Okonedo) ist glücklich. Dann aber wird der ruandische Präsident angeblich von Tutsi-Rebellen ermordet. Die Gewalt eskaliert. Hutu schlachten Tutsi regelrecht ab. Paul bringt die Seinen und ein paar Nachbarn in dem von Blauhelmen beschützten Hotel unter. Die angekündigte Ankunft internationaler Truppen verspricht Hoffnung. Doch die UN-Soldaten kommen allein, um ausländischen Touristen sicheres Geleit aus dem Land zu geben. Paul hat inzwischen die Verantwortung für mehr als eintausend Menschen übernommen. Niemand hilft ihm, weder der kanadische Offizier Oliver (Nick Nolte), noch seine Chefs, erst recht nicht die Politiker der Welt. Denn die Welt guckt nicht auf Ruanda. Und das Morden geht weiter.

Regisseur George zeigt das aus der Sicht seines Protagonisten und braucht deshalb keine vordergründigen Parolen, um dem Film die notwendige politische Dimension zu geben. Mit "Hotel Ruanda" leistet das Kino eine beachtliche Kampfansage wider die Unmoral des Kapitals. Der wirkliche Paul Rusesabagina bestätigt den Wahrheitsgehalt des Films: "Neunzig Prozent von dem, was gezeigt wird, hat sich genau so zugetragen."

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