Hotel Lux

Komödie, D 2011
Herbig glänzt in der Rolle des Stalin-Parodisten

Herbig glänzt in der Rolle des Stalin-Parodisten

Das Hotel Lux in Moskau war für viele Flüchtlinge aus Nazi-Deutschland ein Ort der Hoffnung. Doch weit gefehlt. Denn dort wurden sie Opfer von Stalins Terrorregime. Leander Haußmann ("Robert Zimmermann wundert sich über die Liebe") widmet dieser Zeit mit der bitter-schwarzen Komödie "Hotel Lux".

Das Hotel Lux in Moskau war für viele Emigranten ein Ort der Hoffnung. Endlich weg aus dem nationalsozialistischen Deutschland. Doch statt der erhofften Freiheit erlebten viele von ihnen Unterdrückung, Angst und Willkür durch die Schergen des Diktators Josef Stalin. Die schwarze Komödie widmet sich dem Berliner Varieté-Darsteller und Stalin-Parodisten Hans Zeisig (brilliant: Michael "Bully" Herbig) und Siggi Meyer (Jürgen Vogel), die auf der Flucht vor den Nationalsozialisten in dem berüchtigten Hotel landen. Dort entspinnt sich eine abenteuerliche Groteske, bei der sich die Komiker sogar in die Weltpolitik einmischen.

Zeisig, der wegen seiner Hitler-Witze für die Nazis irgendwann nicht mehr tragbar ist. Bei Nacht und Nebel flieht er aus Deutschland und landet im Hotel Lux. Kommunisten aus Deutschland und Europa sind dort untergeschlüpft und trotzen der Willkür des sowjetischen Diktators. Zeisig hat Glück. Denn der Geheimdienst hält ihn für Hitlers Leibastrologen. Dafür muss der Komiker fortan Stalin die Zukunft vorhersagen - eine Aufgabe, bei dem er mit seinem Leben spielt. Eines Tages taucht Zeisigs bester Freund Siggi Meyer auf, früher für seine Hitler-Parodien umjubelt und nun ebenfalls auf der Flucht. Dritte im Bunde ist die Kommunistin Frida van Oorten (Thekla Reuten). Sie will von Moskau aus die Welt retten. Doch bald schweben die drei in großer Gefahr. Um zu überleben, entwickeln sie einen aberwitzigen Plan.

Das Team rund um Haußmann ("Sonnenallee") und die Produzenten Günter Rohrbach und Corinna Eich ging mit Fingerspitzengefühl an das schwierige Thema heran. Sie wollten einen unterhaltsamen Film machen, ohne die Schrecken der Zeit um 1938 zu verharmlosen. Haußmann löste das mit einer Erzählung strikt aus der Perspektive Zeisigs. "Mit Zeisig eine naive, vollkommen unschuldige Figur ins Rennen zu schicken, war die einzige Möglichkeit für uns, das zu erzählen und das auch in diesem Zusammenhang unterhaltsam zu machen", sagt Regisseur Haußmann. Verharmlosend sei der Film keinesfalls, im Gegenteil: "Ich sehe, dass wir für das Genre sehr weit gegangen sind."

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