Hot Hot Hot

Komödie/Drama, L/B 2011
Saunahitze statt kühles Nass

Saunahitze statt kühles Nass

Ferdinand fühlt sich in "Fishland" wie der sprichwörtliche Fisch im Wasser fühlt, ist das ein altertümlicher Taucheranzug, den er imaginär überstreift. Nach seiner Versetzung in die Sauna-Landschaft eines Vergnügungsparks sieht er sich mit aufwallenden Gefühlen konfrontiert. Es wird für ihn also "Hot Hot Hot" in Beryl Koltz gleichnamiger Komödie.

"Ich habe ein Problem mit der Hitze", konstatiert der kleine glatzköpfige Mann (Rob Stanley) schon zu Beginn des Films, noch unwissend, was ihn wirklich erwartet. Da die Aquariumlandschaft einer Renovierung unterzogen wird, verschlägt es Ferdinand für sechs Monate in das "Finnish Turkish Delight", ebenfalls Teil des Vergnügungsparks "Worlds Apart". Und anfangs liegen wirklich Welten zwischen ihm und den dortigen Verhältnissen: Entblößte Frauenkörper, Arbeitskollegen, die schon mal die Gäste unter der Dusche fotografieren, sowie ein machistischer Boss mit übergroßem Ego. Dazwischen tun sich aber recht schnell Lichtblicke für Ferdinand auf.

Es dauert nicht lange, bis Ferdinand Gefühle für seine Kollegin Mary-Ann (Joanna Scanlan) entdeckt: Die resolute Frau fördert dabei nicht nur sein Selbstbewusstsein, sondern weckt auch seine Libido aus dem Winterschlaf. Aber natürlich bedarf es einiger Umwege und Schweißperlen, bis - soviel darf verraten werden - das endgültige Glück der Beiden gesichert ist. Dazwischen wird die Sauna von Ferdinand aus der Panflöten-Tristesse befreit und mit Klassik beschallt, muss Chef Knut (herrlich selbstverliebt: Gary Cady) einen schweren Schicksalsschlag verkraften oder entpuppt sich Kollegin Isadora (Amber Doyle) als Möchte-Gern-Lady-Gaga der Kunstwelt.

In einfachen, aber wirkungsvollen Bildern fängt die luxemburgische Regisseurin Beryl Koltz in ihrem Spielfilmdebüt die Welt der Saunalandschaft ein, teils wunderschön durchchoreographiert, wenn in traumähnlichen Sequenzen zu klassischer Musik geschwitzt wird. Optische Symmetrie trifft dabei auf gänzlich alltägliche Körper, mal bunt tätowiert, mal muskelbepackt, aber genauso oft etwas schwabbelig oder faltig. Ein unrealistisches Schönheitsideal bedienen weder die Neben-, noch die Hauptfiguren. Liebe hat eben viele Gesichter, wie die Österreichische Koproduktion gekonnt vermittelt.

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