Hostel

Horror/ , USA 2005
Erinnerungen an Folter-Bilder aus dem Irak

Erinnerungen an Folter-Bilder aus dem Irak

Neuer Horror von Eli Roth: Eben noch saß der US-Student Josh im Zug und erlebte einen Ekelanfall, als ihn ein schmieriger Geschäftsmann aus Holland mit seinen Wurstfingern sanft berührte. Nun sitzt er gefesselt auf einem Stuhl in einem Keller, um ihn herum Werkzeuge, und der Holländer bohrt ihm lustvoll Löcher in die Knochen. "Hostel" ist nichts für schwache Nerven.

In dieser osteuropäischen Industriebranche ist langsame Folter mit größtmöglicher Brutalität angesagt. Hierher kommen Reiche, unter ihnen auch ein faschistoider Deutscher, um für harte Währung perverse Tötungsfantasien an jungen Touristen auszuleben. Sie verbrennen Frauen die Augen, zerhacken Männer, nähen sie wieder zusammen, trennen mit Bolzenschneider Zehen ab und laben sich daran, wie die Schreie der Wehrlosen selbst das Kreischen der Kettensäge übertönen.

Wo andere abblenden, hält Roth (Buch, Regie) drauf, bis sich einem der Magen umdreht. Abgesehen von den tadellosen Make-up-Effekten (KNB Efx Group) ist dieser von Quentin Tarantino präsentierte Film weit mehr als das übliche Abspulen aller möglichen Arten zu sterben. Roth inszeniert hier eine gerade noch vorstellbare Geschichte. "Es gibt keine Grenzen dessen, was man anderen Personen zu seinem eigenen Vergnügen antun kann, und dies war das Grauenvollste. Das hat mich gleich fasziniert", sagt er laut den Unterlagen zu dem 90-Minüter.

In Zeiten, da Geiseln im Irak sichtbar exekutiert werden und Soldaten Gefangene foltern, scheint die Lust an Gewalt grenzenlos. Entstanden ist hier ein schauriges Werk mit authentischem Anspruch. Verstört berichtet Roth im Begleitmaterial zum Film, dass ihn das Internet mit "Angeboten" von organisiertem Mord, Terror und Folter auf das Filmthema brachte.

Roth zeigt Originalschauplätze ohne geschönte Farben: ein vom postkommunistischen Verfall gezeichneter Bahnhof, kriminelle Kinderbanden, Discos und Wodkanächte im rauchigen Licht, Amsterdams Puffmilieu. Hier beginnt die Story fröhlich, bevor sie fast im Blut ertrinkt. Josh und sein Kumpel Paxton (Jay Hernandez) reisen zusammen mit dem Isländer Oli in Europa herum und hören von schönsten Sexfreuden im Osten. Die Träume der Schürzenjäger erfüllen sich nahe Bratislawa in einer Jugendherberge. Aber die schönen Frauen entpuppen sich nur als Lockvögel für die Mörder...

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