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Drama, CH/F/B 2008
Keine Spur mehr von Idylle

Keine Spur mehr von Idylle

Schwelende Konflikte, die plötzlich ausbrechen, stehen im Mittelpunkt von Ursula Meiers Film "Home". Schauplatz des Streifens ist eine Autobahn, die Auslöser aller möglichen Plagen ist. "Home" wurde im Mai am Filmfestival in Cannes präsentiert.

Die Familie von Marthe (Isabelle Huppert) und Michel (Olivier Gourmet) hat das Glück im Nirgendwo gefunden. Seit Jahren lebt die Sippe neben einer vierspurigen Autobahn. Diese wurde nie in Betrieb genommen und so wurde sie zum idyllischen Ort für gemeinsame Abende und zum Spielplatz für die Nachbarskinder. Eines Tages jedoch wird die Straße auf ihre Eröffnung vorbereitet - und das erste Auto lässt nicht lange auf sich warten. Ehe es sich die Familie versieht, naht der Schwerverkehr. Anfangs versuchen alle den Lärm zu ignorieren, nur Tochter Marion ist sich über die gefährlichen Folgen von Feinstaub im Klaren - vom ohrenbetäubenden Lärm einmal ganz abgesehen. Zu allem Übel brennt Judith, die älteste Tochter, die sich zuerst noch neben der Straße im Bikini sonnt, mit einem Motorradfahrer durch. Julien, das jüngste Kind, ist völlig verstört vom unaufhörlich dröhnenden Lärm des Autoverkehrs und Marthe verliert allmählich den Verstand. Kurzum - die Familienfassade droht zu zerbröckeln..

Der Streifen der Schweizer Regisseurin Meier, der sich zwischen den Genres Komödie, Drama und Thriller bewegt, ist eine vieldeutige Parabel. Ein Film über eine Familie, die in ihrer Abschottung vor der Gesellschaft gut zu funktionieren scheint, doch nach und nach in ihrer Struktur Risse zeigt. "Home" kann neben seiner skurrilen Grundsituation und einer intelligenten Handlung auch hervorragende Schauspieler vorweisen. Als Eltern überzeugen Olivier Gourmet, ebenso wie Isabelle Huppert.

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