Heile Welt

Krimi/Drama, A 2006
Jugendalltag, dokumentarisch und drastisch

Jugendalltag, dokumentarisch und drastisch

Der Titel "Heile Welt" des Spielfilmdebüts von Jakob M. Erwa ist nicht wörtlich zu nehmen. Der Grazer Regisseur nahm die Situation junger Menschen zwischen Kindheit und Erwachsensein hautnah und fast dokumentarisch unter die Lupe. Erwa zeigt eine Momentaufnahme, zwei Tage im Leben von mehreren Grazer Jugendlichen und ihren Eltern.

Die Eltern stecken in Ehe- und Sinnkrisen, suchen nach Liebe und etwas Freiheit in einem eng gefassten Leben - und bilden dabei ganz und gar keine Bezugsperson zu ihren Kindern. Diese sind in Cliquen unterwegs, stehlen im Supermarkt, hängen herum, testen ihre Möglichkeiten und Grenzen aus. Wenn aber niemand Grenzen setzt, wo sollen diese denn sein?

Vier Episoden nimmt Erwa heraus und lässt sie zeitversetzt ineinander laufen - dabei geht es stets um Liebe, Anerkennung, Einsamkeit und fehlende Kommunikationsmöglichkeiten, und irgendwie auch immer um das Gegenteil. Diese Dialektik der Gefühle, diese Unmittelbarkeit zwischen Aggression und Hilflosigkeit vermittelt der junge Regisseur gekonnt, wenn auch gerne etwas klischeehaft und noch mit fehlender Erfahrung in der Schauspielerführung.

Dennoch hat Erwa eine Talentprobe abgegeben, die von dem 25-jährigen Grazer mit Wohnsitz München noch einiges erwarten lässt. Und auch die authentische Arbeit mit den Jugendlichen - stets ein wenig an Vorbilder wie Larry Clarks "Kids" erinnernd - brachte "Heile Welt" bei der heurigen Diagonale den Titel "Bester Spielfilm" ein.

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