Heavy Metal in Baghdad

Dokumentation, USA/CDN 2008
Heavy-Metal weltweit

Heavy-Metal weltweit

Der Vietnamkrieg hat entscheidend zur Verbreitung von Rockmusik beigetragen. Der Irakkrieg klingt definitiv nach Heavy Metal. Nicht nur die Musikimporte der amerikanischen Besatzungstruppen spielen dabei eine Rolle, mit Acrassicauda gibt es auch eine aktive irakische Heavy-Metal-Band. Sie sind die Hauptdarsteller im Dokumentarfilm "Heavy Metal in Baghdad" (USA 2008).

Ihre Vorbilder sind Bands wie Metallica, Slayer und Slipknot, ihre Musik machen sie seit 2001. Eine Heavy-Metal-Band hat es nicht leicht im Irak, auch nicht nach dem Sturz Saddam Husseins. Acrassicauda (der Name ist von der lateinischen Bezeichnung für "Schwarze Skorpione” abgeleitet) hatten vor Kriegsbeginn 2003 überhaupt nur drei Auftritte absolviert. Nach Ende der Kämpfe verließ ihr Leadsänger das Land, ein neuer musste gefunden werden. Die Sicherheitslage machte das gemeinsame Üben schwierig, von Auftritten ganz zu schweigen. Als sich die Situation verschärfte, erhielten sie Todesdrohungen von Aufständischen und religiösen Fundamentalisten, die sie beschuldigten, Satan zu verehren. 2005 fiel ein geplanter Auftritt im Hotel Al Fanar aus, weil in unmittelbarer Nähe eine Autobombe gezündet worden war. In den sechs Jahren ihres Bestehens hat die Band insgesamt nur sechs

Konzerte geben können. Ihren großen Traum, als Headbanger mit langen Haaren in Frieden, aber in voller Lautstärke zu leben, hat der Krieg zerstört. Zurzeit leben die vier Bandmitglieder als Flüchtlinge in Damaskus. Visaanträge für andere Länder wurden abgelehnt. Die Filmemacher trafen Acrassicauda nach zweijährigem Bemühen um eine Kontaktaufnahme im Sommer 2006 noch in Bagdad. Damals tobten heftige Kämpfe in der Stadt, Anschläge forderten bis zu 300 Todesopfer am Tag. So brachial die Musik von Acrassicauda auch klingen mag - die Hoffnungen und Gefühle einer ganzen Generation im Irak kommen in ihr zum Ausdruck.

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