Haywire

Action/Thriller, USA/IRL 2011
Handfeste Girls Action

Handfeste Girls Action

Frauen sind im Action-Kino üblicherweise nichts als schmückendes Beiwerk. Anders bei Regisseur Steven Soderbergh. Er präsentiert Kampfsportikone Gina Carano im Agenten-Abenteuer "Haywire" als Frau mit fauststarken Argumenten.

Der 49-jährige Regie-Star Soderbergh überrascht mit "Haywire" zum ersten Mal als Meister handfester Action. Ende der 80er durch das anspruchsvolle Experiment "Sex, Lügen und Video" bekanntgeworden, hat er in den vergangenen Jahren mit der prominent besetzten "Ocean's"-Reihe schon reichlich komödiantisches Spannungskino geliefert. Nun setzt er erstmals auf pure Action.

Im Zentrum der Geschichte von "Haywire" steht Mallory Kane (Gina Carano). Sie arbeitet auf höchster Geheimhaltungsstufe für die US-Regierung. Ihre Einsätze sind derart geheim, dass im Fall einer Panne sämtliche Regierungsmitarbeiter eine Verbindung zu ihr leugnen würden. Das wird der Agentin zum Verhängnis, als sie selbst auf einer Abschussliste landet. Sie weiß nicht, wer sie umbringen will und nicht warum. Der Überlebenskampf wird also mörderisch.

"Oscar"-Preisträger Steven Soderbergh ("Erin Brockovich") erzählt die verschlungene Story mit Gespür für Spannung. Da fallen denn einige Ungereimtheiten nichts ins Gewicht. Das A und O sind die Auftritte von Gina Carano als einsame Heldin im eiskalten Kampf gegen den drohenden Tod. Die mehrfache Meisterin in der in den USA sehr populären Sportart "Mixed Martial Arts" fesselt als knallharte Kampfmaschine. Immer wieder auf sie konzentriert, darf die Hauptfigur zum Racheengel mit teuflischer Körperbeherrschung reifen.

Hauptdarstellerin Gina Carano kann als Schauspielerin nicht wirklich überzeugen. Das muss die studierte Psychologin aber auch nicht. Ihr Körpereinsatz gleicht die fehlenden mimischen Künste aus. Und so kämpft, schießt und rennt sie überzeugend um ihr Leben - knallhart austeilend und einsteckend.

Für schauspielerische Klasse sorgen dafür ihre Ko-Stars Ewan McGregor und Michael Fassbender sowie die herrlich zwielichtig agierenden Hollywood-Legenden Antonio Banderas und Michael Douglas in Nebenrollen. Doch wirklich viel haben sie alle nicht zu melden - die Männer sind in "Haywire" kaum mehr als hübsches Beiwerk und Futter für die Kämpferin.

Als er seinen Film im Februar auf der Berlinale vorstellte, sagte Steven Soderbergh: "Es braucht doch niemand mehr einen ernsthaften Film von mir." Dem entspricht in "Haywire" die durchgängig spürbare Ironie des Erzähltons. Soderbergh will Action-Fans mit Spannung und Spaß amüsieren. Das gelingt ihm auf recht originelle Art.

Kinotipps
Gott existiert, ihr Name ist Petrunya

Gott existiert, ihr Name ist Petrunya [KINOTIPP]

Satirischer Blick auf Religion und verkrustete Rollenbilder

Kinotipps
Das Wunder von Marseille

Das Wunder von Marseille [KINOTIPP]

Geschichte des Schachweltmeisters Fahim Mohammad, der als Flüchtling aus Bangladesch nach Frankreich emigrierte

Kinotipps
Booksmart

Booksmart [KINOTIPP]

Zwei Bücherwürmer wollen am Ende ihrer Highschool-Zeit auch endlich einmal Spaß haben

Kinotipps
Lieber Antoine als gar keinen Ärger

Lieber Antoine als gar keinen Ärger [KINOTIPP]

Turbulent, schräg und lustig – diese französische Komödie steckt voller Direktheit, frischem Humor und macht vor allem Laune

Kinotipps
Last Christmas

Last Christmas [KINOTIPP]

Inspiriert von der Musik des verstorbenen Superstars George Michael entstand diese weihnachtliche RomCom

Kinotipps
Le Mans 66 - Gegen jede Chance

Le Mans 66 – Gegen jede Chance [KINOTIPP]

Der amerikanische Traum hatte sieben Liter Hubraum, acht Zylinder und nur einen Zweck: Ferrari beim größten Rennen der Welt zu ...