Harry Potter und die Heiligtümer des Todes: Teil 1

Abenteuer/Fantasy, GB/USA 2010
Lord Voldemort will den Jung-Magier vernichten

Lord Voldemort will den Jung-Magier vernichten

Regisseur David Yates gibt einen deprimierenden, gruseligen und dunklen Vorgeschmack auf das große Finale: In dem düsteren Film, der auf dem siebenten und letzten Werk von Joanne K. Rowlings Potter-Saga basiert, werden Jung-Magier Harry und seine Freunde zu Gejagten.

"Es sind dunkle Zeiten", wendet sich der Zaubereiminister Rufus Scrimgeour (Bill Nighy) an seine Mitarbeiter - und an das Kinopublikum. Er behält recht, denn wenig später ist er tot. So wie viele andere geliebte Romanfiguren, die im Laufe des letzten Teils dem scheinbar unbesiegbaren Lord Voldemort (Ralph Fiennes) und seinen Schergen zum Opfer fallen. Voldemort hat sowohl das Zaubereiministerium als auch die Hogwarts-Schule an sich gerissen, verbreitet Angst und Schrecken in der sonst so friedlichen Welt der Zauberer. Sein Ziel ist, eine "perfekte, Blut-reine Gesellschaft" zu erschaffen. All jene, die keine reinen Magier sind, sondern von Muggeln (also normalen Menschen) abstammen, werden getötet. Andersdenkende werden unterdrückt und terrorisiert.

Hinter Voldemort haben sich die Bösesten aller Bösen versammelt: es gibt ein Wiedersehen mit dem undurchschaubaren Severus Snape (Alan Rickman), der skurrilen und bluthungrigen Bellatrix (Helena Bonham Carter) und dem Nachwuchs-Bösewicht Draco Malfoy (Tom Felton). Nur einer könnte ihnen gefährlich werden: Harry Potter (Daniel Radcliffe), der einst in jenem Kampf, den seine Eltern gegen Voldemort führten, überlebte. Prompt werden Todesser - schwarze, durch die Luft zischende Rauchschwaden - losgeschickt, Harry zu finden. Der ist fortan nirgendwo mehr sicher und begibt sich mit seinen Freunden der ersten Stunde, Hermine (Emma Watson) und Ron (Rupert Grint) auf eine monatelange Reise, um die Unsterblichkeit Voldemorts zu ergründen - und sie zu zerstören.

Harry, Hermine und Ron sind ebenso wie die Schauspieler, die sie darstellen, erwachsen geworden. Eifersucht und Misstrauen bedrohen die Loyalität, wachsende Gefahren die heile Welt. Und auch die Potter-Fans sind schon groß. 1997 erschien der erste Roman, die Fans der ersten Stunde sind heute größtenteils in ihren Zwanzigern. Das ist gut, denn für Kinder ist dieser Film nichts. Da füllt ein Schlangenmaul die Leinwand aus, der tote Dumbledore (Ian McKellen) ersteht im Staubwirbel auf und springt dem Zuschauer bedrohlich entgegen. Inmitten all der Leichen und übernatürlichen Erscheinungen stellen wohl die Referenzen zum Nationalsozialismus das Furchterregendste dar. In SS-Mänteln schreiten Voldemorts Handlanger zur Tat, wie am Fließband drucken Mitarbeiter Propaganda-Hefte, der von "Muggle" abstammenden Hermine wird brutal "badblood" in den Arm geritzt.

Ein "kribbeliges Road-Movie" nennt Regisseur David Yates, der auch schon für den fünften und sechsten Film verantwortlich zeichnete, den ersten Teil, "weniger ruhig und viel spektakulärer" soll das Finale werden. Zehn Jahre Filmgeschichte werden es sein, wenn die endgültige Konfrontation zwischen Gut und Böse im Sommer 2011 über die Leinwand flimmert - der Handlung (und vermutlich der Vermarktung) zuliebe wurde der letzte Band in zwei Filme aufgeteilt.

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