Harry Potter und der Halbblutprinz

Abenteuer/Fantasy, GB/USA 2009
harry potter

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Eigentlich müssen die Zauberschüler Harry Potter, Hermine Granger und Ron Weasley den finsteren Lord Voldemort und seine Gefährten bekämpfen. Doch die Hormonschübe der Pubertät lassen sich nicht einfach wegzaubern, und so ist die Verfilmung des sechsten und vorletzten Potter-Bandes nicht nur blutiger als die Vorgängerstreifen. Es wird auch mehr geknutscht in den Fluren der Zauberschule Hogwarts.

"Der Film ist romantischer und komischer als je zuvor", meinte Emma Watson alias Hermine. Mit dem Küssen vor laufender Kamera hat auch Harry-Darsteller Daniel Radcliffe gar keine Probleme mehr. "Das war eine Szene wie jede andere", sagt er mit Blick auf den Moment, wo er Rons Schwester Ginny küsst. Und Potter-Fans, denen es zu romantisch wird, rät er scherzhaft: "Einfach kurz die Augen schließen".

Für Regisseur David Yates war der sechste Potter-Film ein Wendepunkt: "Es war der Wechsel von der Arbeit mit Kindern zu erwachsenen Schauspielern." Immerhin die jetzt schon alle um die 20 Jahre alt. Er hält den Film zudem für reifer und komplexer als die früheren Streifen. Zu düster für Kinder findet er sein Werk indes nicht: "Sie schaudern sich gerne ein wenig."

Doch nicht nur jüngere Zuschauer könnten im Kino zusammenzucken, wenn der fiese Draco Malfoy den wehrlos am Boden liegenden Harry mit einem Tritt ins Gesicht die Nase bricht. Oder wenn später Harry mit seinem Zauberstab Flüche auf Malfoy schleudert, bis dieser aus so vielen Wunden blutet, dass sein weißes Hemd ganz rot wird. Hart anzusehen ist in dem ab zwölf Jahren freigegebenen Film auch, wenn Ron vergiftet mit Schaum vor dem Mund von Krämpfen geschüttelt wird, bis er leblos die Augen verdreht.

Die Macher von "Harry Potter und der Halbblutprinz" haben wieder tief in die Kino-Trickkiste gegriffen. Der Film startet mit einem spektakulären Knalleffekt. Todesser, die Anhänger von Lord Voldemort, fliegen durch London und zerstören die Millenniums-Brücke über der Themse. Doch von anderen apokalyptischen Katastrophen bleiben die Muggel - die nichtmagischen Menschen - vorerst verschont. Auch sonst ist das Abenteuer nicht ganz so düster wie von manchen Potter-Fans erwartet. Vor allem die Gefühlswirrungen der Helden lassen die Zuschauer häufiger durchatmen und lachen.

Bei den dramatischsten Szenen verzichtet die Regie auf übertriebene Theatralik und hält damit die Qualen der mitleidenden Zuschauer in Grenzen. Fest steht: Am Ende stirbt eine wichtige Person. Die Leser der Roman-Reihe von Joanne K. Rowling wissen natürlich, wer Harry in seinem letzten Kampf gegen das Böse nicht mehr zur Seite stehen kann.

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