Hana, dul, sed ...

Dokumentation, A/KP 2009
Fußball und der General sind ihr Leben

Fußball und der General sind ihr Leben

"Wenn man das große Feld betritt, ist das ein Gefühl, als ob das Herz weit wird und man jede andere Welt betreten kann." Eine nordkoreanische Spielerin versucht damit auszudrücken, warum ihr der Sport soviel bedeutet, und ihre Augen leuchten dabei in die Kamera von Brigitte Weich und Karin Macher. Vier Fußballerinnen aus dem kommunistischen Land stehen im Mittelpunkt des Films "Hana, dul, sed ..."

In der preisgekrönten, österreichischen Doku geht es auch immer um mehr als nur um Fußball. "Eins, zwei, drei ..." bedeutet der Titel, der das Zählen im Training wiedergibt und dabei auch die Disziplin, den Ehrgeiz und die ideologische Pflichterfüllung für die Spielerinnen des Nationalteams andeutet. Worte wie Organisation, Rückgrat oder eiserne Entschlossenheit fallen immer wieder, wenn Weich ihre Protagonistinnen interviewt. "Wir müssen nur an unseren General denken und mit Mut laufen", heißt es etwa vor dem legendären 2:1-Sieg gegen China im Finale der Asien-Meisterschaften 2003. Drei Spielerinnen wurden daraufhin zu "Sportlerinnen des Volkes" ernannt, und selbst dem Führer Kim Jong Il, dem "General", war dies eine handschriftliche Gratulation wert: "Großartig."

"Maradona war nicht viel größer als ich", erzählte Ra Mi Ae, "wenn ich es nur versuche, kann ich das auch schaffen." Die Defensivspielerin hat gemeinsam mit Stürmerin Jin Pyol Hi, Spielmacherin Ri Hyang Ok und Torfrau Ri Jong Hi nicht unwesentlichen Anteil daran, dass das nordkoreanische Frauen-Nationalteam heute zu den zehn besten der Welt zählt. "Diese vier haben sich sehr schnell als Protagonistinnen herauskristallisiert", sagte Regisseurin Brigitte Weich im Gespräch mit der APA. "Aber dass die nicht mehr spielen würden, wenn wir drehen, das war ja überhaupt nicht abzusehen. Na ja, reality bites." Tatsächlich wurden viele Spielerinnen nach der verpassten Olympia-Qualifikation zwangspensioniert.

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