Habana Blues

Dokumentation/ , A/D/GB 2004
Ruy und Tito wollen reich werden und abhauen

Ruy und Tito wollen reich werden und abhauen

Kuba und karibische Klänge, das sind zugkräftige Zutaten für Kinofilme. Auch der spanische Regisseur Benito Zambrano setzt auf die gewohnte Mischung. In "Habana Blues" ("Havanna Blues") versuchen die zwei jungen Musiker Ruy und Tito, zu einem Plattenvertrag und somit zu Geld und in den Westen zu kommen.

Ruy und Tito sind ambitionierte Mittzwanziger, die gemeinsam aufgewachsen und zu besten Freunden geworden sind. Sie sind die Köpfe einer großen Band, haben gerade ihre erste CD aufgenommen und legen es darauf an, möglichst schnell reich und berühmt werden. Als zufällig spanische Produzenten auf Kuba auftauchen, wollen sie ihre Chance nützen und zeigen sich und die Untergrund-Bands der Insel von ihrer besten Seite.

Das Hochglanz-Kuba der Bacardi-Spots taucht in Zambranos Film zwar nicht allzu häufig, aber doch immer wieder auf. Schließlich wollen Ruy und Tito vor ihren Gästen glänzen und bringen sie von einer Party zur nächsten. Fesche Burschen, hübsche Mädels, tolle Musik zwischen Rock und HipHop, Alkohol - nur Drogen kommen in dem Film keine vor. Diese Bedingung wurde von den kubanischen Zensur-Behörden ausdrücklich gestellt.

Genau diese Eingeschränktheit in der alltäglichen Wirklichkeit wird von Zambrano thematisiert, er beleuchtet - zwar nicht besonders intensiv, aber doch - die kritischen Seiten der kommunistischen Gegenwart. Ruy lebt mit seiner Frau Caridad und seinen beiden Kindern in Armut; Caridad kommt für den Unterhalt auf, während er sich um seine Musikkarriere kümmert. Für die Ehe ist dies nicht die günstigste Situation, sie zerbricht nach und nach. Caridad sehnt sich gleichzeitig stark nach einem "Leben in Freiheit", in diesem Fall in den USA.

Diese Sehnsucht nach dem Westen wird von Zambrano ständig spürbar gemacht, während die vielen Song-Einlagen auch für nostalgisches Kuba-Feeling sorgen. "Habana Blues" wandelt so recht gekonnt auf einem schmalen Grat zwischen Sozialkritik und lustvollem Gefühlskino. Nicht nur ein Film zum Soundtrack.

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