Guardians Of The Galaxy 2

Action/Abenteuer, USA 2017

Die Helden der Galaxie brechen in ein neues Abenteuer auf

Das zweite Filmabenteuer um Marvels ungewöhnlichstes Helden-Quintett legt ein Schäuferl nach - ‚Guardians Of The Galaxy 2' beschert Fans einen Riesenspaß.

Willkommen im Heldenzeit alter: Egal, ob Batman, Spider-Man, Iron Man, Captain America oder die X-Men -Superhelden-Filme sind so populär wie nie zuvor und mit Einspielergebnissen zwischen 500 Millionen und mehr als einer Milliarde Dollar pro Film ein kaum mehr wegzudenkender Marktfaktor für Hollywoods Kino-Industrie.

Zu verdanken hat die Branche den Blockbuster-Segen vor allem der Filmabteilung des Comic-Verlags Marvel. Was vor neun Jahren mit der ebenso originellen wie gewagten Idee begann, die Geschichte eines bei Comic-Laien kaum bekannten Lebemanns in Eisenrüstung zu erzählen, ist längst zu einer der erfolgreichsten und innovativsten Kino-Unternehmungen gewachsen. Einem brillanten Masterplan folgend, schuf Marvel Studios mit verbindenden Plots und wiederkehrendem Starpersonal in seinen Adaptionen das "Marvel Cinematic Universe" - ein zusammenhängendes Filmuniversum, das bereits 14 Streifen umfasst, in dem die unterschiedlichsten Comic-Helden miteinander interagieren.

Das Studio produziert längst nicht nur Fortsetzungen, sondern erweitert mit jedem Streifen sein Universum, in dem sich mittlerweile auch skurrilere Comic-Figuren wie Ant-Man oder Doctor Strange tummeln. Mit Guardians of the Galaxy, eine kosmische Mini-Variante der Avengers, bewies Marvel bereits 2014, dass es sogar obskurste Randfiguren seines Helden-Universums zu Superstars machen kann. Mit über 773 Millionen Dollar weltweit avancierte der Streifen hinter Transformers: Ära des Untergangs und Der Hobbit: Die Schlacht der Fünf Heere zum dritterfolgreichsten Film des Jahres. Mit Guardians of the Galaxy, Vol. 2 beschert uns Regisseur James Gunn nun den heißersehnten Nachschlag seines hocherfolgreichen Überraschungshits.

Darum geht's in ‚Guardians Of The Galaxy 2‘:

Der Plot des Sequels setzt rund zwei Monate nach den Ereignissen des Vorgängers ein und erzählt ein weiteres Abenteuer des respektlosen Glücksritters Peter Quill alias Star-Lord (Chris Pratt) und seiner Bande exzentrischer Gefährten -die grünhäutige Alien-Prinzessin Gamora (Zoe Saldana), Drax der Zerstörer (Dave Bautista), Waschbär Rocket (Stimme: Fahri Yardım) und das verspielte Baumwesen Baby Groot. Nachdem sie den Planeten Xandar und seine Bewohner gerettet haben, nützen die Guardians ihren frisch erlangten Ruhm, um ihre Dienste in den Weiten des Weltalls in bares Geld umzumünzen.

So erledigen Peter, Gamora, Rocket und Co gleich zu Beginn mit der akustischen Untermalung eines brandneuen "Awesome Mix Vol. 2" einen Job im Auftrag von Ayesha (Elizabeth Debicki), der exzentrisch anmutenden Hohepriesterin der Sovereign, einer goldhäutigen Alien-Rasse. Alles bestens, bis die herbe Schönheit bemerkt, dass Rocket sie bestohlen hat, woraufhin sie den Guardians eine ganze Armada an Kampfschiffen hinterherschickt. Es kommt zur wilden Verfolgungsjagd, und Peter und Co haben alle Hände voll zu tun, um am Leben zu bleiben. Es sieht gar nicht gut aus für die Guardians, bis ein unbekanntes Raumschiff auftaucht und die gesamte Flotte der Sovereign wie durch Zauberhand ausschaltet.

Der Retter in höchster Not stellt sich den Guardians schließlich als Ego (Kurt Russell) vor -und behauptet, Peters verschollener Vater zu sein. Das ist aber nicht die einzige Neuigkeit, die es zu verdauen gilt. Gamora bekommt es auch noch mit ihrer kleinen, ewig zornigen Schwester Nebula (Karen Gillan) zu tun, die ihr immer noch leidenschaftlich ans Leder will. Und als wäre das nicht schon stressig genug, mischt bald auch noch Peters Adoptivvater Yondu (Michael Rooker), der vermeintlich schreckliche Anführer der räuberischen Ravager, in der Geschichte mit.

Baby Groot stiehlt (fast) allen die Show

Während es im ersten Film für die Mitglieder der Guardians - allesamt schillernde und einzigartige Figuren, die aus zerrütteten Familienverhältnissen stammen - darum ging, sich zusammenzuraufen, dreht sich die Fortsetzung nun darum, was es bedeutet, eine Familie zu sein. Regisseur James Gunn bringt den zentralen Unterschied auf den Punkt: „Dreh-und Angelpunkt dieses Films ist es, eine Familie zu sein. Und sich als Familie zu bewähren, ist weitaus schwieriger, als eine Familie zu werden. Demzufolge erzählen wir hier eine viel komplexere Geschichte. Im ersten Film ging es um Charaktere, die alle Außenseiter waren und dann zusammenkommen. Aber wie geht es dann mit ihnen eigentlich weiter?“

Und genau das erfahren wir jetzt, wenn sich die Beziehungen der einzelnen Figuren weiterentwickeln. Den Anfang macht der von Chris Pratt mit gewohnter Unschuldsmiene verkörperte Peter Quill alias Star-Lord. Er hat jetzt etwas mehr Verantwortungsgefühl entwickelt und muss sich einem familiären Problem stellen: seiner wahren Herkunft. Dazu Gunn: "Im ersten Film ging es um Peters Beziehung zu seiner Mutter und wie er mit ihrem Verlust klarkommt. Die Fortsetzung dreht sich um Peter Beziehung zu seinem leiblichen Vater, aber auch zu seinem Adoptivvater Yondu."

Auch die von Zoe Saldana verkörperte Gamora muss sich mit familiären Problemen herumschlagen, schließlich ist Oberbösewicht Thanos, der im gerade entstehenden The Avengers: Infinity War (Kinostart: 26. April 2018) eine Hauptrolle spielt, ihr Adoptivvater und Nebula ihre Schwester. Hatte man im ersten Film noch den Eindruck, Gamora sei die gute und Nebula die missratene Schwester, die fast wie ein Bösewicht wirkt, erfahren wir nun, dass diese Beziehung weitaus komplizierter ist. Drax, der so bedrohlich wie auch liebenswert wirkt, hat eigentlich keinen Sinn für Humor, wodurch alles, was er sagt, erst recht lustig ist. Rocket, der coole Waschbär, offenbart diesmal auch eine verletzliche Seite. Obwohl es mit „Ich bin Groot“ nur drei Wörter in seinem Vokabular hatte, eroberte das Baumwesen Groot die Herzen aller Fans. Nachdem es sich für die Guardians am Ende des Vorgängers opferte, lebt es nun als Baby Groot weiter - und stiehlt fast allen die Show.

Unsere Meinung zu ‚Guardians Of The Galaxy 2‘:

Regisseur James Gunn macht bei seiner Fortsetzung vieles richtig. Die Story ist ähnlich durchgeknallt wie im Vorgänger, dennoch konzentriert er sich vor allem auf seine Figuren, die wunderbare neue Seiten offenbaren. Außerdem zünden die meisten Gags -und auch die Auftritte von Kultstars wie Kurt Russell und Sylvester Stallone machen dieses Sequel zu einem wahren Vergnügen. Es lohnt sich übrigens, bis zum Schluss sitzenzubleiben, während des Abspanns folgen nämlich gleich mehrere lustige Szenen!

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