Gran Torino

Krimi/Drama, USA/AUS 2008
Clint Eastwood verteidigt sein Eigentum

Clint Eastwood verteidigt sein Eigentum

Altmeister Clint Eastwood nimmt sich als Regisseur und Hauptdarsteller der Probleme der multikulturellen US-Gesellschaft an. Er spielt den fremdenfeindlichen Kriegsveteranen Walt Kowalski. Als eine brutale Jugendgang seinen geliebten Oldtimer, einen 1972er Gran Torino stehlen will, schreitet er ein und wird zum Helden der asiatischen Nachbarschaft. Woran er sich nur langsam gewöhnt.

Die Gang hat alles gut geplant. Sie bringt Kowalsikis schüchternen Nachbarjungen Thao dazu, das Auto zu entführen. Kowalski ist auf der Hut und sieht zunächst alle seine Vorurteile bestätigt. Doch als er mitbekommt, wie die Nachbarsfamilie von einer Bande schikaniert wird, schreitet Walt ein und erteilt den marodierenden Jugendlichen auch noch eine Lektion. So erlangt der Alte plötzlich große Popularität unter den asiatischen Zuwanderern. Er kann damit zunächst überhaupt nichts anfangen und lehnt die überbrachte Geschenkflut brüsk ab. Doch dann entwickelt sich eine neue Beziehung zu den kulturell so fremden Nachbarn.

"Gran Torino" ist keine große, aufwändige Produktion wie Eastwoods vor einiger Zeit angelaufenes Drama "Der fremde Sohn", aber gleichwohl ein weiteres Meisterwerk des 78-jährigen Schauspielers und Regisseurs. Denn der Streifen zeigt zugleich Bilder der schweren Krise eines Landes wie auch eine menschenfreundliche Geschichte, die falsche Sentimentalität und aufgesetzte Dramatik meidet. Das starke Drehbuch stammt von dem jungen Autor Nick Schenk, der als Arbeiter in einer Fabrik Bekanntschaft mit dem im Film porträtierten asiatischen Hmong-Volk gemacht hat.

Eastwood spielte mit der eher billigen Produktion allein in den USA schon 130 Millionen Dollar ein. Damit hatte keiner gerechnet. Doch "Gran Torino" trifft offensichtlich den Nerv des aktuellen amerikanischen Zeitgefühls zu Beginn der Präsidentschaft von Barack Obama. Dabei ignoriert der Film einige "Auflagen" der sogenannten politischen Korrektheit souverän. Die Jugendgangs des Viertels, ob nun aus Asiaten, Schwarzen oder Latinos bestehend, werden in all ihrer Verrohung und Bereitschaft zur Gewalt ungeschönt gezeigt.

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