Gone Girl - Das perfekte Opfer

Drama/Thriller, USA 2014

In TV und Kino finden: Ben Affleck, Rosamund Pike, Missi Pyle, David Fincher

Was geschah mit Nick Dunnes Ehefrau?

Was geschah mit Nick Dunnes Ehefrau?

In seinem neuen Spielfilm "Gone Girl - Das perfekte Opfer" erzählt Regisseur David Fincher von den Fallstricken und Abgründen einer scheinbar perfekten Vorzeige-Ehe. Mit Ben Affleck und Rosamund Pike. Erste Gerüchte über eine Oscar-Nominierung gibt es schon.

Kennengelernt haben sich die beiden bei einer Party, sie küssen sich zum ersten Mal vor einer New Yorker Bäckerei in einem romantischen Nebel aus Zucker: Kultregisseur David Fincher zeigt uns die wunderbaren ersten Jahre des Autoren-Paares Nick (Affleck) und Amy Dunne (Pike) in Rückblenden. Als beide ihren Job verlieren und zudem auch noch Nicks Mutter an Krebs erkrankt, ist es mit der anfänglichen Glückseligkeit bald vorbei. Nick zieht zu seiner Mutter nach Missouri, Amy kommt mit, mehr wider- denn freiwillig.

Das eigentliche Drama aber, von dem "Gone Girl" erzählt, setzt ein am fünften Hochzeitstag des längst schon in vielerlei Hinsicht entzweiten Ehepaares: Amy ist plötzlich verschwunden, es gibt Blutspuren im Haus, Hinweise auf ein Verbrechen. Ist Amy entführt worden? Warum verhält sich ihr Mann so seltsam apathisch, als würde ihn das alles gar nicht berühren?

Fincher ist ein Meister der Inszenierung, das hat er in seinen bisherigen Werken mehrfach bewiesen. Ob in seinem Film "Sieben", dem ungemein beklemmenden Thriller um einen von den sieben Todsünden besessenen Serienkiller, im so brutalen, mit Brad Pitt besetzten "Fight Club" oder im wunderbar rasant geschnittenen "The Social Network". "Gone Girl" ist ähnlich perfekt inszeniert, mit eleganten, die Zeitebenen verbindenden Bildern; zuweilen fast so spannend und unheimlich wie Finchers großartiger "Zodiac". Dass es dem Regisseur gelingt, uns von Beginn an in seinen Bann zu ziehen, liegt auch an der kongenialen Musik von Trent Reznor und Atticus Ross, die auch für die Untermalung von Finchers Film "Verblendung" verantwortlich waren.

Vordergründig hat Fincher einfach einen Psychothriller rund um eine Entführung gedreht. "Gone Girl" aber erzählt von viel mehr: von ritualisierten Erregungsmechanismen der Medien, von einer von Finanz- und Wirtschaftskrisen verunsicherten Nation. Von einer für das Selbstbild des Mittelstands wohl immer noch wichtigen Institution namens Ehe. Das Kino erzählt gern von Ehedramen und all den Abgründen, die sich zuweilen hinter glatten Fassaden öffnen. Die Abgründe, die sich in "Gone Girl" auftun, sie sind kilometertief.

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