Godzilla II: King of the Monsters

Action, USA 2019

Godzilla II: King of the Monsters

In Godzilla II: King of the Monsters ringt das japanische Titelmonster mit nicht minder kultigen Kaijus wie Rodan, Mothra und King Ghidorah um die Vorherrschaft – und Jungstar Millie Bobbie Brown (Stranger Things) ist mittendrin.

Seit Marvel Studios es mit ihrem Cinematic Universe unfassbar erfolgreich vor machten, haben sich jede Menge Nachahmer gefunden. Heute bastelt nämlich fast jedes Hollywood-Studio an einem eigenen und beliebig ausbaubaren Filmuniversum oder ist verzweifelt auf der Suche nach einem. Warner zum Beispiel lässt seine DC-Superhelden Superman, Batman und Co im DC Extended Universe miteinander interagieren, verfügt zudem auch über die Filmreihe Phantastische Tierwesen (aus dem Harry-Potter-Kosmos), während Universal sein Fast-&-Furious-Universum mit dem am 1. August startenden Ableger Fast & Furious: Hobbs & Shaw weiter ausbaut.

Mit Gareth Edwards’ überraschend gelungenem US-Reboot des Toho-Kultmonsters Godzilla (2014) und Jordan Vogt-Roberts krawalligem Kong: Skull Island (2017) verpflanzten Warner Bros. und Legendary Entertainment zuletzt auch zwei der bekanntesten Monster-Ikonen des Kinos in ein vergleichbares Universum – das sogenannte „MonsterVerse“, um den im Kino dominierenden Comic-Heroen bombastisch Paroli zu bieten. Mit Erfolg: Die beiden Urzeitkreaturen-Spektakel spülten zusammen weltweit rund 1,1 Milliarden Dollar in die Kinokassen. Mit Godzilla II: King of the Monsters startet nun die langersehnte Fortsetzung um das japanische Kultmonster!

Was im neuen Film passiert …

Nachdem Nuklearwissenschaftler Joe Brody (Bryan Cranston) und sein Sohn Ford (Aaron Taylor-Johnson) im Vorgänger rausfanden, dass Ichiro Serizawa (Ken Watanbe), ein führender Wissenschaflter der geheimen kryptozoologischen Agentur Monarch, im Zuge einer Beinahe-Reaktorkatastrophe im japanischen Janjira eine riesige, urzeitliche Kreatur entdeckt hatte, konnte gegen das mies gelaunte, „Muto“ getaufte Wesen in der Folge nur einer etwas ausrichten: Godzilla. Die Urzeitviecher, die bald ganze Städte pulverisierten, lieferten sich einen epischen Kampf, der die Vorherrschaft der Menschen quasi über Nacht in Frage stellte. In Godzilla II: King of the Monsters müssen Serizawa und Co aber einen Weg finden, gleich mit einer einer ganzen Phalanx von überdimensionalen Urzeitmonstern fertig zu werden. Eine entscheidende Rolle spielt die Paleo-Biologin Emma Russell (Vera Farmiga), um die gigantischen Wesen via Sonar zu rufen und teilweise sogar zu steuern. Neben Godzilla, mit dem vor allem Russells Ex Mark (Kyle Chandler) eine Rechnung offen hat, sind es vor allem Mothra, Rodan sowie Godzillas Erzfeind, der dreiköpfige King Ghidorah – Urzeitmonster, die man bisher für reine Mythen hielt, die plötzlich wieder auftauchen und den Lebensraum der Menschheit bedrohen. Und dann ist da noch Madison (Millie Bobby Brown), die Tochter von Emma und Mark, der im Kampf der Giganten bald eine ganz besondere Rolle zukommt

Godzilla-Historie

Der erste Godzilla-Film aus dem Jahr 1954 stand noch ganz im Zeichen der Atombomben-Angriffe auf Hiroshima und Nagasaki. Auch in den späteren Streifen, die sich in die Showa-Staffel (1954-1975,15 Filme), die Heisei-Staffel (1984-1995, sieben Filme) und die sogenannte Millenniums-Staffel (1999-2004, sechs Filme) einteilen lassen, wurde immer wieder das Verhältnis von Mensch und Natur thematisiert. Mal erschien Godzilla wie ein prähistorischer Gott, der wütend über Japan hereinbrach – mal als erboster Mahner für dessen zivilisatorische oder ökologische Fehltritte, mal als dessen Beschützer. Ebenso wie Gareth Edwards beim Vorgänger, orientiert sich Regisseur Michael Dougherty in der Fortsetzung an den kultigen Nippon-Vorbildern. Auch sein Godzilla steht den Menschen in höchster Not bei.

Werbung fürs Kino

Nach rund 130 Minuten Film, die eigentlich keine Minute Langeweile aufkommen lassen, wurde dem Zuschauer vor Augen und Ohren geführt, dass immer wieder Werke entstehen können, die alles bisher im Kino Gesehene in den Schatten stellen. Dass jetzt keine Männer in Monsterkostümen miniaturisierte Städte-Sets zerlegen, versteht sich von selbst. Regisseur Michael Dougherty (Krampus) beweist aber, dass der märchenhafte Zauber des Geschehens durch Trick-und Computertechnik mittlerweile so realistisch darstellbar ist, dass einem manchmal fast angst und bang werden kann. Godzilla II: King of the Monsters steht in der großen Tradition klassischer „Jahrmarkt-Sensationen“ – und im Streaming-Zeitalter mit heimischen 4K-Flachbildschirmen und 4K-Blu-rays, die in audiovisueller Hinsicht kaum mehr Wünsche offen lassen, demonstriert Doughertys Streifen auf eindringliche Weise, dass die größte, beste und einzig wahre Heimat des Films nach wie vor die große Leinwand ist. Godzilla II: King of the Monsters entpuppt sich dabei als beste Werbung für das gute alte Kino. Ein tricktechnisch furioser Bilderrausch (keine Oscarnominierung für die besten Effekte wäre eine Frechheit!), der vor allem Genre-Fans ein bombastisches, atemberaubendes und an den richtigen Stellen auch wunderbar pathetisches Stück Überwältigungskino beschert. Nach Avengers: Endgame und John Wick 3 erweist sich Godzilla II als weiteres überraschend kurzweiliges Genrekino-Highlight des Frühsommers, das Lust auf mehr macht. Lange warten muss man auf den Nachschlag nicht. Im Mai 2020 folgt nämlich schon der nächste Monster-Clash: Godzilla vs. Kong!

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